Hosted Virtual Desktops im Gartner-Cycle

Der Hype war gestern

Oliver Häußler arbeitet als freier Journalist und Moderator in der IT- und Telekommunikationsbranche. Seine journalistischen, wirtschaftlichen und technischen Erfahrungen sammelte der Kommunikationswissenschaftler während seiner über 20 Jahre langen Tätigkeit als Chefredakteur von renommierten Fachzeitschriften wie der Funkschau, FunkschauHandel, NetworkWorld und als Moderator von Kongressen, Webcasts und zahlreichen Podiumsdiskussionen.
In einem einen speziellen Hype Cycle Report widmet sich das Marktforschungsinstitut Gartner dem Thema Virtualisierung und differenziert die unterschiedlichen Virtualisierungsarten nach ihrem Reifegrad. Die X86-Virtualisierung gehört bereits zum Mainstream, die Hosted Desktop Virtualisierung gerät gerade ins Tal der Desillusionierung.
„Virtualisierung ist nicht einfach eine Technologie, sondern eine Vielzahl von Technologien, die sich unterschiedlich schnell entwickeln", sagt Thomas Bittman, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner.(Quelle: Gartner)
„Virtualisierung ist nicht einfach eine Technologie, sondern eine Vielzahl von Technologien, die sich unterschiedlich schnell entwickeln", sagt Thomas Bittman, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner.(Quelle: Gartner)

Spätestens wenn das Marktforschungsinstitut Gartner etwas zum sogenannten Hype Cycle kürt, kann man von einem echten Trend sprechen. Erstmals wurde in diesem Jahr zum Thema Virtualisierung ein Spezialreport verfasst. In einem Hype Cycle werden Technologien in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien dargestellt und diejenigen identifiziert, die nach Meinung der Studienautoren in den nächsten fünf Jahren weitreichende Veränderungen in den Unternehmen bewirken können.

Virtualisierung wird von Gartner darin als Trend ausgemacht und in der Studie in seinen unterschiedlichen Varianten dargestellt. "Virtualisierung ist nicht einfach eine Technologie, sondern eine Vielzahl von Technologien, die sich unterschiedlich schnell entwickeln", sagt Thomas Bittman, Vice President und Distinguished Analyst bei Gartner. Es gebe unterschiedliche Formen und es sei für Unternehmen schwierig, die richtige auszuwählen. So sei Vorsicht angeraten, wenn Hersteller für das gesamte Management eine einzige Technologie anbieten würden. Da die Architekturen viele Virtualisierungsschichten enthielten, seien auch unterschiedlichen Management-Mechanismen erforderlich.

Server-Virtualisierung (fast) etabliert

Im Hype Cycle stuft Gartner Technologien nach ihren Entwicklungsphasen ein und beschreibt, ob sie Impulsgeber sind, auf dem Höhepunkt der Erwartungen stehen, bereits auf dem Ast der Desillusionierung absteigen oder sich in der Phase der abgeklärten Betrachtung befinden. Virtualisierung im Ganzen liegt demnach bereits in der letzten Phase und soll sich in einem Zeitraum von zwei bis fünf Jahren etabliert haben. "Virtualisierung macht es der IT einfacher, Leistung zu liefern und diese den jeweiligen Anforderungen anzupassen - nicht mehr und nicht weniger", sagt Bittman.

Über den Berg: Virtualisierung hat sich bereits etabliert. (Quelle: Gartner)
Über den Berg: Virtualisierung hat sich bereits etabliert. (Quelle: Gartner)
Foto: Gartner

Innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre sehen die Marktforscher die Themen Virtual Server Process Automation, Virtual Server Resource Planning, PC Virtual Software Appliances als Impulsgeber, während Virtual I/O bald am Höhepunkt der Erwartungen angekommen ist und sich die Themen Hosted Virtual Desktops und virtualisierte Softwarelizenzierung in der Phase der Desillusionierung befinden. x86-Virtualisierung ist bereits in der Phase der abgeklärten Betrachtung und soll sich schon in weniger als zwei Jahren auf dem Markt durchsetzen.

Der Hype Cycle for Virtualisation, 2009 ist Teil des Reports Hype Cycle Special Report 2009, der wiederum 1650 Technologien und Trends in ihren unterschiedlichen Stadien untersucht.