"Der Duet-Umsatz hat sich verdreifacht"

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
SAPs Co-CEO Léo Apotheker glaubt, dass ERP-Kunden in Zusatzprodukte investieren und will von Kritik an "Business ByDesign" und "Duet" nichts wissen. Mit ihm sprach CW-Redakteur Frank Niemann.

CW: Sie wollen bis Ende 2008 etwa 1000 Kunden für Business ByDesign gewonnen haben. Wie viele haben Sie bisher?

APOTHEKER: 150 Firmen probieren das Produkt derzeit aus oder nutzen es bereits. Wir werden dafür sorgen, dass die gesamte Infrastruktur für die künftigen Kunden bereit ist. Das ist ein großes Ziel.

CW: Wie viele der 1000 Kunden werden aus Deutschland kommen?

APOTHEKER: Kann ich ihnen nicht sagen. Gehen Sie von 1000 weltweiten Kunden aus.

CW: Warum dauert die Partnergewinnung für die neue Lösung so lange?

APOTHEKER: Das dauert gar nicht so lange. Wir wollen Business ByDesign ganz systematisch ausrollen. Mit einer Anzahl Partner arbeiten wir intensiv zusammen. Wenn wir die Lösung in einem neuen Land einführen, derzeit zum Beispiel in Indien, dann kümmern wir uns parallel um die Partnergewinnung. Unsere bestehenden SAP-Partner zeigen Interesse an dem Produkt. Wir möchten aber nicht, dass sie zu früh oder zu spät damit anfangen.

CW: Sprechen Sie auch mit T-Systems?

APOTHEKER: Wir sprechen mit verschiedenen Partnern, auch in Deutschland.

CW: Viele Ihrer Stammkunden beschäftigen sich mit dem Umstieg von R/3 auf SAP ERP, wobei die neue Software meist im Rahmen der Wartung bereitgestellt wird. Wie wollen Sie mit diesen Kunden Umsätze erzielen?

APOTHEKER: Nach der Migration auf SAP ERP beginnen die Firmen mit neuen Softwareinvestitionen. Die Lösung erlaubt es, mehr Nutzer aufzuschalten. Viele Kunden steigen auf die Business Suite um. Zudem erhalten die Unternehmen damit Netweaver. Wenn sie damit Portale bauen oder Drittsysteme anbinden, beschert uns das ebenfalls Umsatz. Zusatzgeschäft generieren ferner Composite Applications sowie die Produkte von Business Objects.

CW: Ist es wirklich ein primäres Ziel der Kunden, dass mehr Nutzer auf das ERP-System zugreifen können?

APOTHEKER: Ja, und das gelingt sehr gut. 21 Prozent des Geschäfts erzielen wir mit Neukunden. Der Rest entfällt auf Bestandskunden. Hauptsätzlich erwerben sie neue Funktionen und nehmen Migrationsdienste in Anspruch. Ein großer Teil sind aber Lizenzkäufe, um zusätzliche Benutzer anzubinden.

CW: Das gemeinsam mit Microsoft entwickelte Produkt "Duet" sollte auch zur Verbreitung der Nutzerbasis beitragen. Die Kundenzahlen stagnieren aber.

APOTHEKER: Duet verkauft sich sehr gut. Wir haben etwa eine Millionen Nutzer.

CW: Wie viele Firmen nutzen Duet?

APOTHEKER: 400 Firmen.

CW: Das ist verglichen mit der Gesamtkundenzahl der SAP nicht gerade viel.

APOTHEKER: Aber es ist ein guter Anfang, und der Duet-Umsatz hat sich im Jahr 2007 verdreifacht. Demnächst kommt Duet 1.5 raus, von dem Release erhoffen wir uns viel. Und unlängst haben wir gemeinsam mit IBM das Produkt "Atlantic" vorgestellt, mit dem sich Lotus Notes mit SAP-Software verbinden lässt.

CW: Wie viel Umsatz soll der Geschäftsbereich "Business Performance Optimization" rund um die übernommene Firma Business Objects beitragen.

APOTHEKER: Wir wollen unsere Softwareproduktumsätze um 24 bis 27 Prozent steigern. 14 Prozent davon macht das SAP-Kerngeschäft mit Core Enterprise Applications aus. Der Rest entfällt auf Business-Objects- sowie auf die bestehenden Business-Intelligence-Produkte.

CW: Wie hoch wird der Business-Objects-Umsatz außerhalb der SAP-Stammkundschaft ausfallen?

APOTHEKER: Die Zahl können wir jetzt noch nicht nennen, da wir noch nicht lange mit Business Objects im Geschäft sind.

CW: Kommen wir zu einem anderen Thema: Halten Sie eine außergerichtlichen Einigung im Rechtsstreit mit Oracle in Sachen TomorrowNow für möglich?

APOTHEKER: Zu dem laufenden Verfahren möchte ich mich nicht äußern. Man muss abwarten, wie sich das entwickelt.

CW: Es gab einige personelle Veränderungen bei der SAP. Was ist da los?

APOTHEKER: Sie werden mir verzeihen, dass ich auch darüber heute nicht reden will.

CW: Sie haben sich für 2008 viel vorgenommen. Einige Auguren rechnen aber mit einem Abklingen der deutschen Wirtschaft sowie mit einer Rezession in den USA bei einem anhaltend schwachem Dollar. Das kann an Ihnen ja nicht spurlos vorübergehen.

APOTHEKER: Ich bin viel unterwegs und besuche Kunden. Bei denen ist davon nichts zu spüren. Viele Unternehmen haben viel vor, wollen wachsen und ihre Leistung verbessern.