Motorola investiert in mobile Virtualisierung

Demnächst: Handys mit multipler Persönlichkeit

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Sie können sich nicht zwischen einem Blackberry und einem Gerät mit Windows Mobile entscheiden? Dank dem Startup VirtualLogix, in das Motorola nun investiert hat, können Sie in Zukunft vielleicht ein Smartphone mit beiden Betriebssystemen kaufen.

VirtualLogix ermöglicht es Handy-Herstellern, via Virtualisierung zwei verschiedene Betriebsysteme auf einem mobilen Endgerät einzusetzen. Auch wenn es unwahrscheinlich sei, dass ausgerechnet Blackberry-OS und Windows Mobile auf dem gleichen Gerät angeboten werden, hätten Handy-Hersteller ein reges Interesse an mobiler Virtualisierung, so Marketing-Manager Mark Milligan. Indem ein geschlossenes Betriebssystem für die Kontrolle von Basisfunktionen eingesetzt werde, während das zweite offene System getrennt arbeite und von den Endanwendern an ihre individuellen Wünsche angepasst werden könnte, ließe sich die Sicherheit deutlich verbessern.

Die Funktionsweise von VirtualLogix im Überblick.
Die Funktionsweise von VirtualLogix im Überblick.
Foto: VirtualLogix

Aktuell wird die VirtualLogix-Technik bereits genutzt, um die Entwicklungskosten von neuen Handys zu reduzieren. NXP Semiconductor etwa ist damit in der Lage, einen Prozessor sowohl für Drahtlos-Anwendungen als auch für das mobile Linux-Betriebssystem zu nutzen. Hersteller könnten auf diese Weise für unter 100 Dollar ein Handy mit vollen Multimedia-Fähigkeiten entwickeln, erklärt Virtuallogix-Manager Milligan weiter. Firmenchef Peter Richards kann sich außerdem Smartphones vorstellen, die dank VirtualLogix und intelligenter Policies tagsüber als nüchterne Arbeitsgeräte funktionieren und nachts zur Unterhaltung dienen - eine Idee, die übrigens auch das Team von Windows Mobile in Redmond beschäftigt. Daneben sei Motorola daran interessiert, die Technik auch für die Virtualisierung im Geschäftsbereich Netz-Ausrüstung zu verwenden, so Richards. Der US-Anbieter von Handys und TK-Equipment hat vor kurzem einen unbekannten Betrag in VirtualLogix investiert. Zuvor beteiligten sich schon Intel, Cisco und Texas Instruments an dem Unternehmen aus Sunnyvale, Kalifornien. (mb)