Spekulationen über Palm und Acer

Dell sammelt Geld für Akquisitionen

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Der texanische PC-Hersteller Dell legt Geld auf die Seite, um das anorganische Wachstum zu fördern. Die Frage ist, wen es treffen wird.
Vielleicht kauft sich Michael Dell einen Palm Pre, womöglich aber auch gleich die gesamte Firma.
Vielleicht kauft sich Michael Dell einen Palm Pre, womöglich aber auch gleich die gesamte Firma.

Das organische Wachstum bei Dell ist nicht nur zum Erliegen gekommen, die Einnahmen des Unternehmens befinden sich sogar auf einer rasanten Talfahrt. Im jüngsten Quartal schrumpften die Umsätze um 23 Prozent, was ein ambitioniertes Management nicht zufrieden stellen kann. Folglich haben die Texaner nun Plan B aus der Schublade geholt, welcher vorsieht, Firmen zu akquirieren und anorganisch zu wachsen. Bestätigt wurde die Suche nach Übernahmeobjekten durch Steve Felice, Chef des Mittelstandsgeschäfts von Dell, auf einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern.

Anfang Mai hat der Konzern Bargeld und kurzfristig verfügbare Mittel in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar angesammelt, 16 Prozent mehr als drei Monate zuvor. An Spekulationen, auf wen die Texaner ein Auge werfen könnten, mangelt es zudem nicht. Beispielsweise könnte Dell durch den Kauf von Palm Zugang zum Smartphone-Markt erhalten, woran bereits Firmengründer Michael Dell Interesse bekundet hatte. Ein derartiger Schritt würde aber auch entscheidend vom Erfolg des "Palm Pre" abhängen. Der Hoffnungsträger des einstigen PDA-Pioniers geht kommende Woche in den Verkauf.

Andere Beobachter sehen Acer als potenzielles Übernahmeziel. Die Taiwaner haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie sich der PC-Markt erfolgreich erschließen lässt. Allerdings würde eine derartige Transaktion große Überschneidungen mit dem Portfolio von Dell zur Folge haben. Der Kauf der PC-Sparte von IBM durch Lenovo und der Rückzug des Unternehmens auf seinen chinesischen Heimatmarkt hat zudem gezeigt, dass sich zwei Hardware-Hersteller nicht problemlos integrieren lassen. Vielleicht wagt Dell mit einer Akquisition aber auch den Schritt aus dem Hardware-Segment heraus. Sektorübergreifende Zukäufe könnten sich nach der Übernahme von Sun durch Oracle zu einem interessanten Modell für die Branche entwickeln.