Mitten im Übernahmekampf

Dell laufen die Kosten aus dem Ruder

17.05.2013
Der Übernahmekampf um den Computerbauer Dell tobt seit Monaten. Auf der einen Seite Konzernchef Michael Dell, auf der anderen Seite Milliardär Carl Icahn. Ändern die jüngsten Geschäftszahlen etwas am Status quo? Wohl eher nicht.
Die Dell-Zentrale in Round Rock, einem Vorort von Austin, Texas
Die Dell-Zentrale in Round Rock, einem Vorort von Austin, Texas
Foto: Dell

Der umkämpfte US-Computerhersteller Dell muss sich mit hohen Kosten herumschlagen. Während der Konzern in seinem ersten Geschäftsquartal den Umsatz beinahe stabil halten konnte, brach der Gewinn aufgrund kräftig gestiegener Ausgaben für Verwaltung und Vertrieb sowie Investitionen in Neuentwicklungen ein.

Dell verdiente in den drei Monaten bis Anfang Mai unterm Strich noch 130 Millionen Dollar (umgerechnet 100 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag am Sitz im texanischen Round Rock mitteilte. Das ist ein Rückgang um 79 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz lag dagegen um moderate zwei Prozent niedriger bei 14,1 Milliarden Dollar. Das stark laufende Geschäft mit Firmenkunden glich die deutlichen Einbußen bei den Verkäufen von Desktops und Notebooks an Privatleute fast aus. Die Verbraucher schwenken in großer Zahl auf Tablet-Computer um oder begnügen sich zum Mailen und Surfen im Web mit ihren Smartphones.

Michael Dell will zusammen mit Partnern seine Firma von der Börse kaufen.
Michael Dell will zusammen mit Partnern seine Firma von der Börse kaufen.
Foto: Dell

Wegen des rasanten Wandels in der Branche will Konzernchef Michael Dell die 1984 von ihm gegründete Firma mit Hilfe von Investoren zurückkaufen und von der Börse nehmen. Ohne Rücksicht auf andere Aktionäre könnte er dann den laufenden Umbau beschleunigen. Der Deal wäre 24,4 Milliarden Dollar schwer.

Doch die Großaktionäre Southeastern Asset Management und Milliardär Carl Icahn torpedieren das Unterfangen mit einem Gegenvorschlag. Sie wollen Dell an der Börse lassen und eine hohe Sonderausschüttung erzwingen.

Der Unternehmensgründer kontrolliert zusammen mit Verbündeten rund 16 Prozent der Anteile. Ihm gegenüber stehen Southeastern und Icahn mit zusammengenommen etwa 13 Prozent. Weil keine der beiden Seiten eine absolute Mehrheit für ihre Pläne besitzt, sind sie auf Verbündete unter den restlichen Aktionären angewiesen.

Inwiefern die jüngsten Geschäftszahlen das Kräfteverhältnis ändern, ist unklar. Nachbörslich bewegte sich die Aktie kaum. (dpa/tc)