Hoffnungsträger für SAP

Datenbank Hana stößt auf Milliardennachfrage

17.09.2012
Der Softwarehersteller SAP hat mit der Datenbank Hana seit Jahren wieder einen Verkaufsschlager aus dem eigenen Haus.
SAP-Finanzchef Werner Brandt
SAP-Finanzchef Werner Brandt
Foto: SAP / Martin Joppen

"Unser Geschäft mit Hana läuft außerordentlich gut", sagte Finanzvorstand Werner Brandt im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Montag. "Auf einer rollierenden Basis der kommenden vier Quartale summiert sich die Pipeline auf rund 1,3 Milliarden Euro." Bisher setzt der Konkurrent des US-Konzerns Oracle mit Hana noch wenig um. Bis Ende Juni steuerte die Datenbank mit 113 Millionen Euro gerade mal knapp 1,6 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Doch das Wachstum ist rasant. Im Gesamtjahr will SAP mit Hana schon 320 Millionen Euro umsetzen. Experten messen der Software eine sehr hohe Bedeutung bei, zumal SAP mit der sogenannten In-Memory-Datenbank im Kerngeschäft von Oracle unterwegs ist. Das starke Interesse der Industrie dürfte zudem bald zu höheren messbaren Ergebnissen bei den Zahlen führen. "Wir haben im Moment 500 Kunden", sagte Brandt. Der technologische Vorsprung vor der Konkurrenz betrage nach wie vor eineinhalb bis zwei Jahre.

Hana ist eine Eigenentwicklung der Walldorfer. Mit dem Programm sollen große Datenmengen innerhalb von Sekunden gesichtet werden können, anstatt langwierig auf der Festplatte danach zu suchen. Als selbst entwickelter Hoffnungsträger steht Hana einer Serie von Großübernahmen gegenüber, mit denen sich SAP zuletzt neue Geschäftsfelder mit Milliardensummen hinzugekauft hatte. 2008 begann die Einkaufstour mit dem Analytikhaus Business Objects, gefolgt vom Hersteller von Datenbanken und Software für mobile Geräte Sybase, dann dem Anbieter von HR-Mietsoftware Succesfactors und schließlich der Handelsplattform Ariba. (dpa/tc)