Tag 9: Der neue Taskmanager

Das Windows-8-Tagebuch

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Nicht nur die Metro-Oberfläche ist neu, Microsoft verschafft auch dem Taskmanager einen neuen Anstrich und neue Funktionen. Aber ist das Tool damit auch besser?
Der neue Taskmanager in Windows 8.
Der neue Taskmanager in Windows 8.
Foto: Moritz Jäger

Der Taskmanager in Windows ist ein wichtiges Tool für Profis, schließlich gibt er wertvolle Informationen über die Systemauslastung und ausgeführte Prozesse. Mit Windows 8 liefert Microsoft erstmals seit langem eine überarbeitete Version des Taskmanagers. Gestartet wird das Programm über drei Wege: Die Eingabe von "Task-Manager" auf der Metro-Oberfläche zeigt den passenden Eintrag in der Kategorie Einstellungen. Alternativ klappt dies über die Tastenkombination Strg + Alt + Entf, diese sperrt den Bildschirm und zeigt die passende Verknüpfung an. Am schnellsten geht es aber über die Tastenkombination Strg + Alt + Einf, diese startet den Taskmanager direkt.

Bereits beim Start sieht man einen deutlichen Unterschied zum bisherigen Taskmanager: Die Anwendung ist deutlich schlichter und zeigt zunächst nur laufenden Programme und Metro-Apps. Letztere sind mit ihren Metro-Icons vertreten, normale Windows-Anwendungen sind entweder mit ihrem Icon oder einem Platzhalterbildchen versehen.

Der Reiter Leistung zeigt die Auslastung für das Windows-System. Dabei sieht man nicht nur, wie stark die Belastung für CPU, Arbeitsspeicher oder Dateisystem ist, sondern auch wie viele Daten per WLAN, Bluetooth oder Ethernetverbindung übertragen werden.

Richtig interessant wird es nach einem Klick auf den Menüpunkt "Weitere Details". Dann erscheinen nicht nur weitere Reiter in der App, sondern auch detaillierte und aktuelle Informationen zu jeder einzelnen Anwendung. Für die Analyse von störrischen Anwendungen hilft das allerdings wenig, dies ist nur eine Momentaufnahme. Deutlich hilfreicher ist der Reiter App-Verlauf. Dieser sammelt die Daten der jeweiligen Anwendungen über ihre komplette Laufzeit. So sieht man wie viel CPU-Zeit die jeweilige App verwendet. Bei verbrauchten Netzwerkkapazität unterteilt Microsoft sogar in zwei Werte: Der Filter Netzwerk zeigt den Traffic an, der über eine aktive WLAN- oder Ethernet-Verbindung ins Internet fließt. Die nächste Spalte "Getaktet" zeigt den Traffic an, den Windows über mobile Internetverbindungen überträgt, was praktisch ist um den mobilen Datenverbrauch zu überwachen.

Microsoft hat den neuen Taskmanager nicht nur optisch aufgewertet, sondern um einige neue Funktionen erweitert. Das zeigt etwa der Reiter "Autostart". Hier sind alle Applikationen eingetragen, die beim Bootvorgang von Windows automatisch ausgeführt werden. Unerwünschte Einträge kann man direkt abschalten, ein Rechtsklick und die Option "Deaktivieren" genügt. Windows liefert sogar eine passende Einschätzung mit, ob die Applikationen den Start bremsen. Die Funktion ist auch in früheren Windows-Versionen enthalten, dort sind sie allerdings in Optionen wie MSconfig.exe versteckt.

Fazit: Profi-Werkzeug neu aufgelegt

Der Taskmanger ist kein Windows-Tool, das ein normaler Nutzer häufig verwendet. Wer aber wissen will, was unter der Haube von Windows los ist, der nutzt den Taskmanger deutlich öfter. In Windows 8 gefällt nicht nur das neue Design, die Integration der Autostart-Einträge ist eine praktische Hilfe, die separate Klickereien spart. Die neue Version des Taskmanagers liefert Admins und IT-Profis auf einen Blick wichtige Informationen über die Auslastung des PCs an. Vor allem der neue Reiter zum App-Verlauf ist interessant, zeigt er doch detailliert, welche Anwendungen und Apps die meisten Ressourcen verbrauchen.

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