HP kauft Cisco-Rivalen 3Com

Das Server-Imperium schlägt zurück

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit dem geplanten Kauf von 3Com wird HP zum zweitgrößten Netzwerkausrüster nach Cisco.

Nach Ciscos Einstieg in Datacenter-Geschäft setzt Server-Riese Hewlett-Packard nun zum Gegenschlag an. Das Unternehmen hat überraschend angekündigt, 3Com für 7,90 Dollar je Aktie oder 2,7 Milliarden Dollar zu übernehmen. Die beiden Verwaltungsräte haben dem Plan bereits zugestimmt. Geben auch noch die Aktionäre beider Firmen und die Wettbewerbsbehörden ihr Okay, soll die Fusion bis Mitte 2010 über die Bühne gehen.

Mit den Core-Switches der Reihe H3C 12500 kann HP Ciscos Nexus 7000 direkt angreifen.
Mit den Core-Switches der Reihe H3C 12500 kann HP Ciscos Nexus 7000 direkt angreifen.

Mit dem 3Com-Kauf schwingt sich der IT-Riese zum Komplettanbieter im Netzwerkbereich auf. So ergänzt 3Com nicht nur das Ethernet-Switching-Portfolio, mit dem HP-Tochter Procurve bereits mit Cisco konkurriert, um wichtige Produkte. Dazu zählt insbesondere auch der für den Betrieb im Rechenzentrum entwickelte H3C Switch 12500, der direkt gegen Ciscos Nexus 7000 zielt. Zusätzlich wird das Angebot um Router erweitert. Über die Intrusion-Prevention-Lösungen der 3Com-Tochter Tippingpoint steigt HP außerdem in den Bereich Network Security ein.

"Jeder Kunde, mit dem ich gesprochen habe, bat uns darum, stärker im Bereich Netzwerke aktiv zu werden", erklärte David Donatelli, Leiter der Sparte Enterprise-Servers & Networking von HP, in einer Telefonkonferenz. "Mit der Technik und dem Know-how von 3Com kann HP eine Netzwerkinfrastruktur der nächsten Generation bereitstellen, die vom Netzwerkrand bis zum Herz des Rechenzentrums reicht." Da beide Unternehmen auf Industriestandards setzen, sei HP sofort nach Abschluss der Übernahme in der Lage, mit einem Portfolio an den Markt zu gehen, fügte Donatelli hinzu.