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Compaq: Linux-Unterstützung auf breiter Front

19.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Compaq verstärkt mit neuen Initiativen sein Engagement für das Betriebssystem Linux. Die Bandbreite der Projekte reicht vom Highperformance-"Beowulf"- Clustering bis hin zu Anwendungen für Handhelds. Mit der Linux-Initiative befindet sich Compaq in guter Gesellschaft: Erst vor kurzem kündigte der Rivale IBM die Investition von einer Milliarde Dollar in die Linux-Entwicklung und entsprechende Allianzen an (Computerwoche online berichtete).

Ganz oben auf der Compaq-Projektliste steht das "Affinity Program", mit dem Interoperabilität zwischen Compaqs "Tru64"-Unix-Plattform und Linux-basierten Systemen ausgebaut werden soll. Dazu soll ein entsprechendes Toolkit auf den Markt kommen. Zusammen mit anderen Unternehmen soll die Verfügbarkeit von Linux-Clustern für verschiedene Industriebereiche erweitert werden. Neue Partner wie das San Diego Super Computing Center und Skilled Computing beispielsweise werden sich um "Beowulf"-Lösungen kümmern. Scientific Computing Associates Inc. und Turbo Genomics sollen entsprechende Applikationen und Middleware für vertikale Bereiche liefern, vor allem für Systeme im technischen Einsatzsegment, erklärte Mike Winkler, Executive Vice President bei Compaq. Damit könnten Linux-Cluster mit über 512 Proliant-Server-Knoten entstehen, die in extrem rechenintensiven Bereichen wie der Luftfahrt zum Einsatz kommen. Compaq will sich darüber hinaus am Oracle Linux Lab

beteiligen und an der Optimierung des Linux-Kernels mitarbeiten.

Außerdem plant Compaq die Erweiterung seines Accredited Professionals Program (CAPP) um die Zertifizierungsstufe Accredited Systems Engineer (ASE) für Linux. Zu guter Letzt soll Linux auch verstärkt auf Handhelds seinen Dienst verrichten: Dazu wird ein Wettbewerb für Entwickler gestartet. Die besten Linux-Applikationen für Handhelds will man auf der Linux World im August 2001 in San Francisco bekannt geben.