Rechnungswesen für Semiramis

Comarch schließt Financials-Entwicklung ab

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Nach zweijähriger Entwicklungszeit hat Comarch zur CeBIT sein neues Rechnungswesen für Samiramis präsentiert und damit eine Lücke im ERP-System gestopft.

Comarch hat zur CeBIT seine neue Anlagen und Finanz-Buchhaltung für Semiramis vorgestellt. Zwei Jahre hat der polnische ERP-Anbieter gebraucht, die Lücke in seinem ERP-System zu schließen. Die Verantwortlichen sprachen vom größten Entwicklungsprojekt seit der Markteinführung des ERP-Systems. Bis dato waren die Kunden darauf angewiesen, Buchhaltungssystem anderer Softwarehersteller anzudocken. Viele Anwender nutzten die Financials-Lösung von Varial.

Die Frameworks für die Finanzbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung sowie das Controlling sind in das ERP-System Semiramis integriert, lassen sich nach Herstellergaben aber auch als Stand-alone-Lösung einsetzen. Die Comarch-Entwickler haben die Rechnungswesen-Frameworks als Apps in die Add-on-Infrastruktur von Semiramis Release 5 implementiert. Dem Hersteller zufolge können diese Apps unabhängig vom Release-Stand des ERP-Kernsystems eingesetzt und weiterentwickelt werden.

Das Rechnungswesen ist eng mit den Grundfunktionen von Semiramis verknüpft. Beispielsweise wurden die Stammdaten entsprechend den Strukturen des Semiramis-Partnerstamms angelegt. Darüber hinaus bietet die Financials-Lösung Comarch zufolge Unicode- und Mehrmandantenfähigkeit. Anwenderunternehmen können so mehrere rechtlich selbständige Firmen parallel abbilden.

Primäres Ziel sei es, die Fremdlösungen, mit denen derzeit viele Semiramis-Anwender arbeiten, abzulösen, erläutert Semiramis-Entwicklungsleiter Marco Moormann. Dafür will der Softwarehersteller künftig spezielle Migrationspakete schnüren.

Über das App-Center sollen Semiramis-Anwender künftig zusätzliche ERP-Funktionen aus dem Netz laden können.
Über das App-Center sollen Semiramis-Anwender künftig zusätzliche ERP-Funktionen aus dem Netz laden können.
Foto: Comarch

Neben dem Rechnungswesen zeigte Comarch auf der CeBIT ein App-Center, das Anwendern dabei helfen soll, ihr ERP-System zu erweitern. Kunden könnten sich auf dem Internet-Portal über neue Funktionen, Erweiterungen und Frameworks informieren. Die Palette reicht von funktionalen Erweiterungen, Add-ons bis hin zu komplexen Applikationen wie beispielsweise Softwarewerkzeugen für die Vertragsverwaltung. Aktuell geht es im App-Center in erster Linie um Informationen zu den Erweiterungen, erläutert Moormann. Es sei jedoch geplant, dass sich die Kunden die ERP-Apps auch herunterladen und installieren können. Es werde allerdings eine Weile dauern, bis sich die Anwender mit diesem Modell anfreunden werden, räumt der Comarch-Manager ein.

Comarch will RZ-Dienste aus der Cloud anbieten

Neben dem Softwaregeschäft baut Comarch mit Data Center Services auch andere Geschäftsfelder auf. Neben ERP as a Service, EDI as a Service will man künftig auch Infrastructure as a Service anbieten. Kunden sollen hier Hardware-Resourcen mit verschiedenen Kapazitäten und Laufzeiten, ab einem Monat, mieten können. Im Rahmen von Platform-as-a-Service-Angeboten können Kunden Rechnerplattformen mit verschiedenen Betriebssystemen wie Windows, Linux oder Solaris sowie verschiedenen Datenbanken wie IBMs DB2, Oracle oder MS SQL ordern. Um die Administration kümmert sich Comarch. Derzeit betreibt der Anbieter Rechenzentren in Warschau und Krakau. In Planung sind weitere Rechenzentren in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, sagt Comarchs Vertriebsleiter Jan Herold. Neben RZ-Partnerschaften baut der Hersteller auch ein eigenes Data Center in Dresden.