Morgan Stanley

CIOs wollen mehr Geld für IT-Investitionen locker machen

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Die IT Budgets sollen 2014 um 4,5 Prozent steigen, teilt Morgan Stanley mit. Die Budgets fließen vor allem in Cloud Computing und Analysesoftware. Auch die ERP-Installationen werden vielerorts überholt.

Die Investment-Bank Morgan Stanley hat 100 amerikanische und 50 europäische CIOs aus Unternehmen mit Umsätzen zwischen 500 Millionen und 20 Milliarden Dollar nach ihren IT-Investitionsplänen befragt. Im Durchschnitt wollen diese im laufenden Jahr 4,5 Prozent mehr für IT-Produkte und -Services ausgeben als 2013.

Ein Jahr zuvor hatte eine vergleichbare Umfrage ergeben, dass CIOs 4,3 Prozent mehr investieren wollten - tatsächlich wurden es dann sogar 4,6 Prozent. Das war die höchste Wachstumsrate seit 2008, heißt es in der Studie "Entering 2014 with a Head of Steam: 2013 IT Budget Strength Expected to Sustain".

Morgan Stanley am Times Square in New York City
Morgan Stanley am Times Square in New York City

Demzufolge wollen amerikanische IT-Chefs ihre IT-Budgets im Jahr 2014 um 4,8 Prozent aufstocken, während europäische CIOs 3,7 Prozent draufsatteln wollen. Grundsätzlich diagnostizieren die Morgan-Stanley-Marktforscher ein Ende der langen "Cost-Cutting"-Phase, es gehe wieder um Investitionen, die das Wachstum vorantreiben sollen. Das Geld fließe vor allem in Cloud- und Analytics-Vorhaben, doch auch ERP-Implementierungen sollen vielerorts überarbeitet oder erneuert werden.

Gegenwärtig residieren 70 Prozent der Anwendungen der Befragten auf On-premise-Servern, heißt es in dem Report. Die Umfrageteilnehmer erwarten, dass der Anteil bis Ende 2015 auf 61 Prozent gesunken sein wird. Der Anteil der Workloads, die in Public Cloud-Umgebungen verlagert werden sollen, wird den Aussagen zufolge von derzeit zehn Prozent auf dann 18 Prozent steigen. Ebenfalls soll die Menge der Workloads in Managed-Hosting-Umgebungen zunehmen - von derzeit sieben auf dann neun Prozent. In Colocation-Einrichtungen dagegen soll sie von 13 auf zwölf Prozent sinken.

Keine neuen Nachrichten gibt es für die darbende PC-Industrie: Der Studie zufolge wollen die CIOs ihre Ausgaben für PCs und Mobile Devices im Grundsatz nicht steigern. Allerdings werden hier und da PC-Umgebungen erneuert - insbesondere dort, wo noch mit Windows XP gearbeitet wird. Auch Beratung und Outsourcing stehen am Ende der Prioritätenliste.

Auf die Frage, welche Projekte auch unter hohem finanziellen Druck keinesfalls gestoppt werden sollen, nannten die IT-Manager Vorhaben, die ihre geschäftskritischen Systeme betreffen, Sicherheitsprodukte und ERP. Am Ende dieses Rankings stehen Cloud Computing, Consulting, Outsourcing und "neue Initiativen".