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Chinas Topbanken wechseln auf Linux

02.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die größte chinesische Bank, die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC), stellt alle Server mit Front-end-Finanzapplikationen auf das Betriebssystem "Turbolinux 7 Data Server" um. Das teilte die chinesische Tochtergesellschaft von Turbolinux, Tokio, mit. Die Migration wird schrittweise erfolgen und drei Jahre in Anspruch nehmen. Zum finanziellen Rahmen dieser größten Linux-Implementierung in China wurde nichts mitgeteilt.

Die ICBC hat 100 Millionen individuelle und 8,1 Millionen Firmenkunden. In mehr als 20.000 Geschäftsstellen in ganz China beschäftigt sie 390.000 Angestellte. Diese arbeiten an Terminals, die ihre Anwendungen von Servern beziehen. Die Applikationen hat die Bank selbst entwickelt. Bisher liefen sie auf "SCO Unix", was die Migration zu Linux einfacher macht als zu Windows. Damit verliert SCO einen weiteren wichtigen Großkunden.

SCO stehen weitere Rückschläge ins Haus. Denn SCO Unix ist bei chinesischen Großbanken weit verbreitet. Und die sind allesamt auf dem Absprung. Die Bank of China hat in regionalen Projekten mit dem Wechsel auf Turbolinux und Red Hat begonnen. Die Agricultural Bank of China, eine weitere der vier größten Banken des Landes, dürfte die Migration auf Linux noch in diesem Monat bekannt geben. Die viertgrößte Finanzinstitution, die China Contruction Bank, plant, den Wechsel auf Linux noch in diesem Jahr zu beginnen. Ein IDC-Analyst führt den Rauswurf von SCO nicht zuletzt auf Support zurück. Das Unternehmen habe zu wenig Angestellte. (ls)