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Millionen Betroffene

China definiert Kriterien für Internet-Sucht

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
In China gibt es jetzt offizielle Kriterien, um die Abhängigkeit vom Internet zu diagnostizieren.
Internet-Sucht ist nicht nur im Westen ein Problem. Immer mehr chinesische Surfer sind betroffen.
Internet-Sucht ist nicht nur im Westen ein Problem. Immer mehr chinesische Surfer sind betroffen.
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Chinesische Mediziner haben offizielle Kriterien für die Internet-Sucht festgelegt. Demnach sind Surfer betroffen, die mehr als sechs Stunden pro Tag online verbringen und mindestens ein weiteres Symptom aufweisen. Hierzu zählen etwa Schlaf- und Konzentrationsstörungen, das stete Verlangen nach dem Internet, Gereiztheit sowie physische oder psychische Leiden. Die Internet-Sucht wurde in China bereits 2005 als Problem diagnostiziert, damals eröffnete die erste Fachklinik in Peking. Zudem gibt es in China so genannte "Boot Camps", in denen Abhängige lernen sollen, ihr Verlangen nach der Online-Welt zu kontrollieren. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, dass rund zehn Prozent der über 250 Millionen chinesischen Onliner teilweise abhängig sind, 70 Prozent davon sind junge Männer.