Online-Backup

Carbonite verklagt Storage-Lieferanten

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Der Online-Backup-Dienstleister Carbonite hat nach (schon länger zurückliegenden) "signifikanten Datenverlusten" seinen Speicherlieferanten Promise Technology verklagt.

In seiner Ende vergangener Woche beim Suffolk County Superior Court in Boston eingereichten Klageschrift erklärt Carbonite, es habe seit 2006 für mehr als drei Millionen Dollar "VTrak-Raid"-Systeme von Promise erworben. Anschließend habe man bei mehreren Vorfällen beginnend im Januar 2007 Daten verloren, weil die Geräte keine Wiederherstellung nach Platten- und Array-Fehlern unterstützten. Carbonite sieht dadurch sein Geschäft und Image nachhaltig geschädigt.

Promise weist die Vorwürfe zurück. "Unsere Nachforschungen deuten darauf hin, dass unsere Produkte nicht nach Best Practices der Branche implementiert und verwaltet wurden", erklärte der Storage-Hersteller in einer Stellungnahme. Neben Promise wird in der Carbonite-Klage auch der Systemintegrator Interactive Digital Systems mit Sitz in Norwell, Massachusetts, erwähnt.

Carbonite konkurriert im wachsenden Markt für Online-Backups mit seinen Diensten gegen größere Angebote wie Mozy von EMC und den Simple Storage Service (S3) von Amazon.com. Nutzer können dabei ihre Daten im Hintergrund via Internet auf entfernte Server sichern und im Falle eines Crashs des heimischen Rechners später wieder zurückspielen.

Carbonite beklagt, es habe durch die fehlerhafte Promise-Hardware die Backups von 7500 Kunden verloren. Letztere waren allerdings nur in raren Ausnahmefällen direkt betroffen, wenn ihr Rechner unglücklicherweise bereits versagte, bevor wieder eine neue Komplettsicherung gelaufen war. Seit zwei Jahren soll es aber keinen derartigen Vorfall mehr gegeben haben.

Apropos: Carbonite bietet seinen Endkunden-Dienst inzwischen auch für Macintosh-Clients an. Weitere Infos finden Interessierte unter www.carbonite-backup.de/mac. Wie bei der Windows-Variante zahlt man für ein größenmäßig nicht gedeckeltes Online-Backup knapp 50 Euro per annum.