Neue IT-Welt

Capgemini: neue Anforderungen, neue Aufgaben

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Projekte müssen schneller fertig werden, gutes IT-Know-how ist Pflicht und die Chemie im Team muss stimmen – so beschreibt Capgemini-Projektleiter Paul Lomba die neue IT-Welt.

Paul Lomba ist als IT-Projektleiter beim weltweit tätigen Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini tätig. Das Unternehmen stellt dieses Jahr etliche hundert Mitarbeiter ein, "auf jeden Fall mehr als im Vorjahr", wie Lomba versichert, und damals waren es um die 600. Ein Schwerpunkt des Recruitings bildet die Suche nach Mitarbeitern für Projekte in der Automobilindustrie. In dieser Branche spielt das Thema Digitalisierung eine sehr große Rolle, und hier wird kräftig investiert und rekrutiert, wie auch der IT-Arbeitsmarkt-Index von Hays bestätigt.

In der neuen IT-Welt müssen Projekte schnell fertig werden und die Chemie im Team muss stimmen.
In der neuen IT-Welt müssen Projekte schnell fertig werden und die Chemie im Team muss stimmen.
Foto: nopporn - www.shutterstock.com

Recruiting bei der "expedITion"

Capgemini sucht zu zwei Dritteln Absolventen oder Berufseinsteiger und zu einem Drittel Bewerber mit Berufserfahrung. Für die ersteren habe man unter anderem eine Recruiting-Veranstaltung ins Leben gerufen, die "expedITion". Auf dieser Veranstaltung findet ein intensiver Austausch zwischen den Capgemini-Mitarbeitern und den Bewerbern statt, und das wird von Letzteren sehr geschätzt. Aus erster Hand erfahren die Bewerber, wie der berufliche Alltag in einem Beratungs- und IT-Dienstleistungshaus aussieht und was auf sie zukommt. Der nächste expedITion Summit 2016 unter dem Motto "Change IT - Gestalte deine Zukunft" findet am 17. und 18. Juni in München statt. Nun experimentiere man auch mit Formaten für die Profis. Eine erste Veranstaltung fand vorigen Herbst gemeinsam mit der CW in München statt.

Lombas Unternehmen unterscheidet sehr wohl, ob man einen IT-Berater für das SAP-Geschäft einstellt oder einen Experten für die Autobranche. Bewerber haben idealerweise eine gewisse Ahnung von Technik, bringen Softwarewissen mit und/oder können bereits Erfahrungen im Kundenkontakt vorweisen. Experten für die Automobilbranche sollten "technisch stark" sein und ein Interesse an der Automobilbranche und ihren Entwicklungen mitbringen, wie es Lomba formuliert.

Paul Lomba ist als IT-Projektleiter beim weltweit tätigen Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini tätig.
Paul Lomba ist als IT-Projektleiter beim weltweit tätigen Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen Capgemini tätig.
Foto: Capgemini

Natürlich geht es immer - und das bei allen Jobs - auch um die viel zitierten und ganz wichtigen Soft Skills. Lomba kann das gut begründen. Durch die Digitalisierung möglichst vieler Prozesse, stiegen die Anforderungen an die IT, Geschäftsprozesse veränderten sich in einem immer größeren Tempo, neue Produkte müssten in immer kürzeren Zyklen auf den Markt kommen. Da reicht es nicht als Mitarbeiter technisch affin und agil zu sein, da kommt es laut Lomba darauf an, dass man bereit sei, sich auf neue Anforderungen und Wege einzulassen, um in enger Zusammenarbeit mit dem Team und dem Kunden schnelle Lösungen präsentieren zu können. Denn er gibt zu bedenken: Die Zeit für Projektarbeit ist knapp. Unlängst habe er mit 14 Leuten ein größeres Projekt in drei Monaten umgesetzt, vor dem Anspruch an die Entwicklungsmethoden in agilen Projekten sei das undenkbar gewesen. Deshalb sei es so wichtig, gute Teams zusammenzustellen, in denen sich die Mitarbeiter gegenseitig vertrauten und sich intensiv austauschten. In solchen Teams müsse die Chemie unter den Mitgliedern stimmen, wenn man ein Projekt erfolgreich zu Ende führen will, hat Lomba mittlerweile gelernt.

Networking erwünscht

Apropos Austausch: Immer gut macht es sich, wenn das berufliche Engagement auch über den Firmentellerrand hinausgeht, empfiehlt der Capgemini-Projektleiter. Zum Beispiel wenn ein Entwicklerkollege zu einem Java-Stammtisch geht oder ein Projektleiter einen Vortrag auf einer Konferenz hält. Das Vernetzen mit der Community - wie es neudeutsch heißt - ist, wie früher oft geschehen, aus Konkurrenzangst nicht mehr verpönt, im Gegenteil, es ist sogar erwünscht. Neue Impulse und Ideen von außen werden als Bereicherung und nicht als Bedrohung gesehen.