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CA möchte Integrator bei E-Business sein

11.04.2000
Endlich kommt Jasmine ii

MÜNCHEN/NEW ORLEANS (COMPUTERWOCHE) - 40 Prozent der Umsätze von Computer Associates (CA) entstehen inzwischen aus dem Kontext E-Business. Und CA-Chef Charles Wang meint: "Wir könnten eine Menge mehr machen."

Die diesjährige CA-Anwenderkonferenz steht unter dem Zeichen zunehmender Geschäftsabwicklungen via Internet. Wang eröffnete die Show mit seiner Sicht der aktuellen Anforderungen: Um in dieser "verrückten Welt“ erfolgreich zu sein, bräuchten Unternehmen Websites mit "dynamischer Personalisierung“, der Fähigkeit, Informationen über die Anwender automatisch zu verfolgen und aus Verhaltensmustern zu lernen. Die Besucher von Sites erwarteten eine klare und bruchlose Präsentation, was auf Seiten der Anbieter eine einheitliche Plattform zur Integration ihrer Software verlange. Dies habe zwangsläufig, so Wang, eine Konsequenz: Die Unternehmen würden sich stärker als bisher um Sicherheitsaspekte kümmern.

In der so abgesteckten IT-Welt präsentiert Wang CA als die Firma, die alles bietet. Die Infrastruktur- und Integrationssoftware heißt "Jasmine", dazu kommt das Management-Werkzeug "Unicenter TND" (The Next Dimension). Die Software, die Verhaltensmuster von Web-Usern erkennen und sogar vorhersagen soll, hat den Namen "Neugents" (Neural Intelligence Agents).

Der Weg zum als Begriff gern strapazierten "Enterprise Application Integration“ wird jedoch frühestens in einigen Wochen so richtig sichtbar werden. Zwei Monate nach dem Kauf von Sterling Software (CW Infonet berichtete) ist diese Vier-Milliarden-Dollar-Transaktion zwar geschäftlich abgewickelt, aber noch nicht in Produkten zu erkennen. Mit ersten Ergebnissen einer Integration der Sterling-Entwicklungen in CA-Produkte sei, so CA-President Sanjay Kumar, in zwei Wochen zu rechnen. Die Komplettierung des Angebots könne noch drei Monate dauern.

Am zweiten Tag der Konferenz stellte CA dann auch die längst überfällige Version "Jasmine ii" vor, die jedoch im Gegensatz zu ihren Vorgängern nicht mehr nur eine objektorientierte Datenbank sondern vor allem eine E-Business-Plattform sein will. Dafür soll besonders die im dritten Quartal 2000 erscheinende "Jasmine iApplication Suite" sorgen, die Funktionen für Business-to-Business- und Business-to-Consumer-Beziehungen enthält. Das Paket unterstützt XML (Extensible Markup Language), EDI (Electronic Data Interchange) sowie Java und EJB (Enterprise Java Beans). Jasmine ii ist für Windows 2000, Windows NT sowie für die großen Linux- und Unixversionen erhältlich. Das Produkt kommt in dieser Woche in den US-Handel.