"Arbeiten 4.0"

Bundesregierung will sinnvolle Flexibilisierung der Arbeitswelt unterstützen

22.04.2015
Arbeitnehmer in Deutschland sollen künftig leichter auch von zu Hause etwa per Smartphone Arbeiten erledigen können.

"Flexible Arbeitszeiten und Orientierung am Ergebnis können auch den Beschäftigten nutzen", sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Mittwoch in Berlin (PDF-Link) zum Auftakt des Dialogs "Arbeiten 4.0". "Wenn ein Mitarbeiter früher geht, um bei den Kindern zu sein, und abends auf dem Handy schnell noch eine dienstliche E-Mail erledigt, darf er laut dem Arbeitszeitgesetz morgens eigentlich nicht im Büro erscheinen", sagte sie.

Andrea Nahles beim Auftakt von 'Arbeiten 4.0'
Andrea Nahles beim Auftakt von 'Arbeiten 4.0'
Foto: BMAS

Darauf habe sie ein Unternehmer hingewiesen - verbunden mit der Frage: "Ist das nicht ein Hemmschuh für flexible Arbeitszeiten?" Sie stimme da zu. "Wir brauchen einen klugen und fairen Rahmen, damit die Arbeitszeit im Lebenslauf atmen kann", forderte Nahles. "Wir brauchen also einen neuen Flexibilitätskompromiss." Ein Rückkehrrecht aus der Teilzeit solle ein Schritt in Richtung modernerer Arbeitszeitgestaltung sein. Auch wirksame Planung bleibe aber nötig.

Angesichts zunehmender Digitalisierung von Industrieproduktion und Dienstleistung schlug Nahles eine "Bundesagentur für Arbeit und Qualifizierung" vor. Die Bundesagentur könne Ansprechpartner sein, wenn es darum gehe, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. "Es sind vor allem Geringqualifizierte, die vor Veränderungen stehen." (dpa/tc)