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Britischer Großmeister geht gegen Supercomputer unter

04.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Großmeister Michael Adams hat den Kampf gegen den Schach-Supercomputer "Hydra" mit fliegenden Fahnen verloren - von sechs Partien verlor er fünf und schaffte nur ein einziges Remis. Während der Spiele im Londoner Wembley Centre rechnete der in Abu Dhabi stationierte Hydra noch dazu nur mit halber Kraft, genauer mit 32 der 64 PCs in seinem Cluster. Jeder Knoten ist mit einem 3,06 Gigahertz schnellen Xeon-Prozessor von Intel bestückt. Außerdem arbeitet Hydra mit speziellen FPGAs (Field Programmable Gate Arrays).

Vor einem Jahrzehnt noch zog Garri Kasparov gegen den IBM-Numbercruncher "Deep Blue" nur knapp den Kürzeren. Inzwischen aber lassen die Fortschritte bei Technik und Programmierung Hydra fast unbesiegbar erscheinen. Nach Angaben seiner Entwickler kann Hydra 200 Millionen Züge pro Sekunde berechnen und bis zu 40 Züge vorausschauen. Für Adams wird angenommen, er berechne etwa 1,4 Züge in der Sekunde (allerdings kaum unsinnige) und könne etwa sieben bis acht Züge vorausdenken.

In einem Interview mit "Chessbase" wollte der Schachspieler seine Niederlage jedenfalls noch nicht als endgütigen Beweis dafür verstanden haben, dass sich das Gleichgewicht inzwischen vom Menschen zur Maschine verlagert habe. "Nach einem Match kann man noch keine schlüssigen Resultate ziehen", so Adams. "Ich finde, Hydra hat gut gespielt, aber wir werden sicher noch mehr Hydra-Spiele gegen andere Top-Spieler erleben." (tc)