Arbeit an Konvergenz-Gerät begonnen

BQ stellt neues Ubuntu-Phone vor

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Canonical und der spanische Anbieter BQ setzen die Zusammenarbeit bei Ubuntu-Smartphones fort. Zweites Produkt auf dem Weg Richtung Konvergenz ist das BQ Aquaris E5 HD Ubuntu Edition, das mit dem größeren Display auch eine etwas höhere Auflösung als das Aquaris E4.5 bietet.

Mit dem zweiten Ubuntu-Smartphone von BQ, das ab Mitte Juni zum günstigen Preis von knapp 200 Euro im BQ-Online-Shop angeboten wird, steigen die Chance, ein weiteres - und noch dazu schickes - Mobil-Betriebssystem im Markt zu etablieren. So ist das Linux-basierte OS mit seiner Gestensteuerung und Eigenheiten wie den "Scopes" genannten Themensammlungen zwar reichlich lernintensiv, könnte aber auf längere Sicht eine attraktive Alternative zu etablierten Plattformen wie Android oder iOS darstellen. Bis es soweit ist, benötigt Ubuntu Phone/Touch allerdings noch reichlich Zuwendung von Entwicklern - für diese wiederum ist vor allem im Bereich Apps erst eine kritische Anzahl von Nutzern Voraussetzung.

Ein weiterer Punkt, der das Konzept von Ubuntu Phone besonders für überwachungsgeplagte Deutsche und längerfristig womöglich auch für Geschäftskunden interessant macht, ist die umsetzbare Sicherheit. So ist das Betriebssystem zu 100 Prozent Open Source, außerdem ist Ubuntu selbst anders als Android, iOS oder Windows Phone nicht direkt mit einem Cloud-Service verbunden.

Mit dem Aquaris E5 HD Ubuntu Edition leistet BQ einen weiteren wichtigen Beitrag in diese Richtung. Rein technisch gesehen bietet das Device allerdings kaum mehr als sein 170 Euro teurer kleiner Bruder, das BQ Aquaris E4.5 Ubuntu Edition: Das Display wuchs von 4,5 auf 5 Zoll Bildschirm-Diagonale und löst nun mit 1280 mal 720 (HD) Pixeln auf. Außerdem wurde der interne Speicher mit 16 GB verdoppelt, die Akkukapazität erhöhe BQ leicht von 2150 auf 2500 mAh.

Der Rest blieb weitgehend beim Alten: Das Aquaris E5 HD Ubuntu Edition arbeitet mit einem MediaTek Quadcore Cortex A7-Prozessor mit einer Leistung von bis zu 1.3 GhZ, dem 1 GB RAM zur Seite gestellt wurden. Die Frontkamera ermöglicht eine Auflösung von 5 Megapixeln, die Kamera an der Rückseite bietet 13 Megapixel. Beide Kameras arbeiten mit hochwertigen Largan-Linsen sowie BSI-Sensoren und sind mit einer Blitzfunktion ausgestattet. Außerdem sind mit dem Aquaris E5 HD Ubuntu Edition HD-Videoaufnahmen (1080p) möglich. Als weiteres bekanntes Feature besitzt auch das Device zwei SIM-Karten-Slots - Nutzer können dabei SIM-Karten unterschiedlicher Betreiber verwenden. LTE unterstützt allerdings auch das Aquaris E5 HD Ubuntu Edition nicht.

Spannender als das neue Gerät ist die weitere Reise von BQ und Canonical: So gab BQ-CEO Alberto Méndez bekannt, dass seine Firma zusammen mit der Linux-Company bereits am nächsten Schritt, der Konvergenz, arbeiteten. Voraussetzung für ein System, das nach Anschluss von Monitor, Tastatur und Maus in den Desktop-Modus wechselt, ist allerdings ein deutlich besser bestücktes Smartphone wie das Aquaris E5 Ubuntu Edition. Bereits bei der Vorstellung des Aquaris E4.5 Ubuntu Edition erklärte BQ-CTO Ravin Dhalani, dass aktuelle ARM-Prozessoren zu schmalbrüstig und der RAM zu klein wären.