Platform as a Service für das Internet der Dinge

Bosch geht mit IoT Cloud in die Offensive

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Mit seiner Bosch IoT Cloud bekräftigt der Konzern seine Ambitionen im Internet der Dinge. Dafür baut Bosch eine eigene Cloud-Infrastruktur auf. Dort sollen zunächst die eigenen IoT-Services laufen, ab 2017 auch die anderer Anbieter.

Bosch hat eine eigene Cloud für seine internetbasierten Services rund um das Internet of Things (IoT) angekündigt. "Die Bosch IoT Cloud ist ein wichtiger Meilenstein für Bosch", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner auf der IoT-Konferenz Bosch ConnectedWorld in Berlin. Die Bosch IoT Cloud bestehe aus technischer Infrastruktur sowie Plattform- und Softwareangeboten. Zunächst soll die Plattform für eigene Lösungen zum Einsatz kommen. Ab 2017 stehe sie auch anderen Unternehmen als Service zur Verfügung, hieß es.

Über die Bosch IoT Cloud sollen sich verschiedenste Geräte und Maschinen vernetzen lassen.
Über die Bosch IoT Cloud sollen sich verschiedenste Geräte und Maschinen vernetzen lassen.
Foto: Bosch

"Wir bieten ab sofort alle Trümpfe für die vernetzte Welt aus einer Hand", erklärte der Bosch-Chef. Die IoT Cloud bilde dabei das letzte Puzzleteil. Denner bezeichnete sein Unternehmen als einen Full-Service-Provider für Vernetzung und das Internet der Dinge. Bosch sei weltweit das einzige Unternehmen, das auf allen drei Ebenen des Internets der Dinge aktiv ist. Das betreffe Basistechniken wie Sensorik, Software für die Vernetzung sowie darauf basierende Services.

Bosch IoT Suite bildet den Softwarekern

Zentraler Softwarekern der Bosch IoT Cloud ist die die bereits bestehende unternehmenseigene "Bosch IoT Suite". Damit ließen sich dem Anbieter zufolge internetfähige Dinge vernetzen sowie der Datenaustausch zwischen ihnen orchestrieren. Auf dieser Basis könnten neue Services und Geschäftsmodelle entwickelt werden. "Die Bosch IoT Suite ist das Gehirn der vernetzten Welt", wirbt Denner, der in der Bosch-Geschäftsführung auch den Bereich Forschung und Entwicklung verantwortet. Sie biete alle Funktionen, um Geräte, Anwender und Unternehmen zu vernetzen. So könnten in der Bosch IoT Suite beispielsweise Regeln für automatisierte Entscheidungen hinterlegt werden. Damit ließen sich Maschinenzustände analysieren, um Verschleißmuster zu erkennen, so dass zum Beispiel präventiv eine Instandhaltung eingeleitet werden könnte. Mehr als fünf Millionen Geräte und Maschinen seien über die Bosch IoT Suite schon vernetzt, hieß es.

Erster Standort für die Bosch IoT Cloud ist Deutschland. Denner betonte, der Konzern habe sich bewusst für den Cloud-Standort Deutschland entschieden. "Viele Unternehmen und Verbraucher nennen Sicherheitsbedenken als Hindernis für die Nutzung von Cloud-Technologien und Vernetzungslösungen", so die Begründung. Bosch betreibt seine IoT Cloud zunächst in einem eigenen Rechenzentrum nahe Stuttgart. Der deutsche Standort sei ein Wettbewerbsvorteil, so der Konzern, und ferner ein Wettbewerbsvorteil für den Innovationsstandort Deutschland. Allerdings sollen wohl in den kommenden Jahren weitere Rechenzentrumskapazitäten verteilt um den Globus aufgebaut werden.

Bosch geht in die IoT-Offensive

Mit seinem Cloud-Vorstoß geht Bosch in die IoT-Offensive. Auch andere Industriekonzerne wie beispielsweise Siemens und General Electric forcieren derzeit entsprechende Initiativen. Darüber hinaus stecken derzeit auch die großen IT-Konzerne wie Cisco, IBM, Microsoft und SAP ihre Claims im vielversprechenden IoT-Geschäft ab. Um hier nicht ins Hintertreffen zu geraten, will Bosch weiter investieren. Denner kündigte an, jährlich rund 500 Millionen Euro in die Entwicklung neuer Technologien – unter anderem für das Internet der Dinge – stecken zu wollen. Außerdem will Bosch in diesem Jahr weltweit 14.000 Hochschulabsolventen einstellen. "Fast jede zweite offene Position bei Bosch hat einen Bezug zu IT oder Software", hieß es kürzlich in einer Mitteilung des Unternehmens. Zurzeit beschäftigt Bosch bereits 15.000 Software-Entwickler.