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Börse straft J.D. Edwards für schlechte Informationspolitik ab

16.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Softwareschmiede J.D. Edwards wurde am Freitag an der US-Börse böse abgestraft, weil sie ihre letzte Gewinnsteigerung (Computerwoche online berichtete) nicht wie angenommen durch höhere Lizenzverkäufe, sondern veränderte Bilanzierung erzielt hatte. Die Aktie fiel im Tagesverlauf teilweise um 20 Prozent und schloss zum Fixing 15 Prozent schwächer bei 11,41 Dollar.

Wie aus einer Pflichtveröffentlichung bei der Börsenaufsicht SEC vom Donnerstag hervorging, reduzierte J.D. Edwards seine Rückstellungen für riskante Accounts, erreichte damit vier Millionen Dollar Mehreinnahmen und in der Folge auch mehr Gewinn. Angesichts des Kursrutsches, den die Offenlegung der neuen Rückstellungsmethode verursacht hat, räumte Finanzchef Richard Allen ein, man hätte die Anleger im Vorfeld über die Änderung informieren müssen. "Wir haben den Einfluss und die Bedeutung dieses Themas für unsere Investoren unterschätzt", so Allen.

Analysten zufolge zeigt die neueste Entwicklung aber auch, dass das Unternehmen die Verwaltung des operativen Geschäfts besser in den Griff bekommen hat. "Der Fortschritt fällt zwar geringer aus als erwartet, doch insgesamt ist die Situation von J.D. Edwards nicht schlecht", so Patrick Walravens von JMP Securities, der das Unternehmen aus Denver mit "Strong Buy" einstuft. Ein Beispiel hierfür sei das Incentive-Programm der Software-Company, das Mitarbeiter motivieren soll, unbezahlten Urlaub zu nehmen. Allein dadurch konnte JD Edwards den operativen Gewinn im vergangenen Quartal um 2,3 Millionen Dollar steigern. (sp)