Störung behoben

Blackberry-Dienste stabilisieren sich

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Entwarnung beim Bleckberry-Hersteller RIM: Die seit Montag anhaltende Störung scheint behoben, allerdings arbeiten die Rechenzentren auf Höchstlast, um die angestauten Daten auszuliefern.

Nachdem Millionen von Blackberry-Nutzern seit Montag weitgehend von E-Mails, Instant Messaging und anderen Online-Diensten abgeschnitten waren, bekommt Hersteller Research in Motion das Problem allmählich in den Griff. Ursache war ein Fehler in einem Coreswitch, der auch durch Ausfallsicherungen, dazu zählt die Umleitung auf andere NOCs (Network Operating Center) des Anbieters, nicht aufgefangen werden konnte. Im Gegenteil schlitterte RIM vermutlich knapp an einem weltweiten Kollaps vorbei. Betraf die Störung zunächst nur den primär von Endanwendern genutzten Blackberry Internet Service (BIS) in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Indien (Emeia), breitete es sich allmählich auch auf Enterprise-Nutzer mit eigenem Blackberry Enterprise Server (BES) in der Region und später auch auf weitere Kontinente aus.

Das NOC fungiert im Prinzip als Riesen-Router zur Weiterleitung der Mails an die Endgeräte. Es übernimmt die Umsetzung zwischen privater Blackberry-Adresse und Adresse des Mail-Servers.
Das NOC fungiert im Prinzip als Riesen-Router zur Weiterleitung der Mails an die Endgeräte. Es übernimmt die Umsetzung zwischen privater Blackberry-Adresse und Adresse des Mail-Servers.

Fast schwerwiegender war eine andere Kommunikationspanne bei RIM: Anstatt einer offenen Informationspolitik versuchten die Kanadier offenbar, das Problem auszusitzen und begnügten sich zwei Tage lang mit kurzen Ausfallberichten und eher pauschalen Entschuldigungen. Erst am Mittwoch Nachmittag (Ortszeit) wandte sich RIM-CIO Robin Bienfait persönlich und ausführlich an die Nutzer: "Als Erstes möchte ich mich für die Serviceunterbrechungen und -verzögerungen entschuldigen, die viele von Ihnen in dieser Woche registrierten", begann der Manager. "Sie haben uns verlässliche Echtzeitkommunikation und wir genau da lassen wir Sie aktuell im Stich. Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst und unsere Leute arbeiten weltweit rund um die Uhr daran, das Problem zu beheben. Wir glauben inzwischen, den Grund für den Ausfall gefunden zu haben und arbeiten daran, die normalen Service-Levels in allen Märkten so schnell wie möglich wiederherzustellen."

Später wandte sich auch RIM-Co-CEO Mike Lazarides in einem Video an die Blackberry-Nutzer:

Schwieriger als die technischen Vorkehrungen zur Verhinderung eines erneuten Ausfalls dürfte es den Kanadiern fallen, das angeknackste Vertrauen wiederherzustellen. Ähnlich wie Nokia hat auch RIM bei seinen Geräten in Sachen Usability bereits den Anschluss zu Apple iPhone und Android verpasst und hofft nun auf ein Comeback. Nach dem Ausfall kommt jetzt hinzu, dass das für die Blackberry-Nutzung im Unternehmen wichtige Argument Zuverlässigkeit und Sicherheit bei der Übertragung an Schlagkraft verloren hat. Zudem drängen die Anteilseigner auf eine Aufspaltung und den möglichen Teilverkauf des Unternehmens.