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Microsoft-Suche

Bing bekommt ein neues Gesicht und neue Funktionen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Microsoft passt auch die Suchplattform Bing an sein neues Design ("Modern UI") an.
Die Bildmarke im neuen Bing-Logo eignet sich auch wunderbar als App-Icon, findet Achrim Schaffrina ("Designtagebuch").
Die Bildmarke im neuen Bing-Logo eignet sich auch wunderbar als App-Icon, findet Achrim Schaffrina ("Designtagebuch").
Foto: Microsoft

Zuerst einmal bekommt Bing ein neues Logo, das von der Anmutung in die gleiche Richtung geht wie das neue Office-Logo und Corporate Design. Statt der verschwurbelten "Pressemitteilung" dazu sollte man lieber den Blogpost von Achim Schaffrina in seinem "Designtagebuch" lesen. Microsoft verfolge "mit all seinen Änderungen ein klares Konzept: hin zu einer bestmöglichen User Experience über alle Anwendungen und Geräte hinweg", konstatiert der Experte. Die erstmals separate Bildmarke, ein stilisiertes "b", eigne sich überdies wunderbar auch als App-Symbol.

Microsoft hat für Bing aber auch ein vollständiges Redesign sowie eine Reihe neuer Funktionen angekündigt. Die Webseite bietet künftig ein responsives Design, das vom Smartphone über Tablets und PCs bis hin zur Konsole Xbox skalieren soll. Die täglich wechselnden Hintergrundfotos auf der Einstiegsseite bleiben erhalten.

Die Hintergrundfotos auf der Bing-Startseite wird es auch weiterhin geben.
Die Hintergrundfotos auf der Bing-Startseite wird es auch weiterhin geben.
Foto: Microsoft

Zu den geplanten Neuerungen in Bing gehören:

  • Page Zero, eine erweiterte Autocomplete-Funktion, bei der man schon während der Eingabe des Suchbegriffs filtern kann;

  • Pole Position, ein neuer Bereich an der Spitze der Suchergebnisse, in dem Resultate prominent eingeblendet werden, die als "sichere" Antwort auf eine (dann üblicherweise bereits spezifische) Anfrage gelten;

  • Snapshot und Sidebar werden kombiniert, außerdem lässt Microsoft hier deutlich mehr Ergebnisse aus dem Social Web (unter anderem Twitter, Facebook, LinkedIn und Klout) einfließen.

Für die Ergebnisseite testet Microsoft aber auch schon radikalere Entwürfe, die irgendwann in so etwas hier münden könnten:

Foto: Microsoft

Unter www.bing.com/new kann man die Neugestaltung der Suchmaschine bereits in einer Vorschau betrachten. Die geplanten Neuerungen sollen in den nächsten Wochen sukzessive live gehen. Wie viele davon gegebenfalls wann auch die deutschen Nutzer erreichen, bleibt abzuwarten - bislang hinkt bing.de dem US-Pendant in Sachen Features und Mehrwert leider um Jahre hinterher (sicher mit ein Grund dafür, dass der Marktanteil von Google hierzulande erheblich höher ist als in den Staaten).

Insgesamt findet Microsofts Director of Search Stefan Weitz jedenfalls Bing mittlerweile offener als Google. Der Erzrivale aus Mountain View beschränke sich auch mit neuen Services wie Google Now primär auf die eigenen Angebote; Microsoft setze auf das Web als Ganzes und binde interessante Dienste über Partnerschaften ein.

"Das Web ist größer als wir, es ist größer als Googles Properties und es bewegt sich mit unberechenbar schneller Geschwindigkeit", sagte Weitz im Gespräch mit "The Verge". "Google Now funktioniert gut, wenn man es mit Gmail, der Google-Suche und YouTube kombiniert; man muss das ganze Ökosystem verwenden, um die Vorteile zu haben. Wir bei Bing bauen aber nicht unser eigenes Social Network oder unseren eigenen Videokanal. Statt das alles selbst zu machen, setzen wir auf Partnerschaften." Das sei auf längere Sicht der bessere Weg. "Sie bauen eine schöne Große Google-Mauer", stichelt der Microsoft-Suchchef. "Wir sehen das Web eher als etwas, das man nicht besitzen kann - egal wie viel Geld man hat."

Bing liefert künftig die Ergebnisse für die Suche in Windows (ab 8.1) und steckt auch hinter Apples persönlicher Assistentin "Siri" im neuen iOS 7 - unter anderem damit könnte das lange Zeit belächelte Such-Engagement von Microsoft tatsächlich noch richtig Fahrt aufnehmen.