Bildungsmesse Learntec behauptet sich in der Krise

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
In diesem Jahr verzeichnete die Karlsruher Messegesellschaft für das E-Learning-Treffen zehn Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr und wie damals 9000 Besucher. Im Mittelpunkt stand vor allem die Integration von computerunterstützten Lernkonzepten in unternehmensweite Geschäftsprozesse. Auf der technischen Seite sind immer mehr Anbieter dabei, ihr E-Learning-Angebot mit Kommunikationselementen wie dem virtuellen Klassenzimmer auszubauen.

Auch im elften Jahr seit der Entstehung der Messe und des Kongresses für Bildungstechnologien Learntec können die beiden Gründer Winfried Sommer und Uwe Beck einen Erfolg verbuchen. Die Zahl der Aussteller stieg auf 308. Viel wichtiger ist den beiden Professoren jedoch die Gesamtperspektive. Die Karlsruher Wissenschaftler sind überzeugt, dass Bildung auf Krisen nicht so anfällig reagiert wie andere Branchen: „Bildung ist wie ein Tanker, sie bewegt sich schwer, und wenn sie auf Kurs ist, lässt sie sich schwer stoppen.“

Konsequent treiben Beck und Sommer die Internationalisierung der Learntec voran. Vor drei Jahren luden sie Österreich und die Schweiz als Partnerländer ein, dann folgte die Unesco, dieses Jahr war die Kommissarin für Bildung und Kultur Viviane Reding dabei, und nächstes Jahr sind die mittelosteuropäischen Länder als Partner eingeladen. Die Bildungskommissarin startete am ersten Messetag das neue E-Learning-Internet-Portal der EU. Es soll, so die EU-Vertreterin in Karlsruhe, „als virtueller Treffpunkt und Informationsverzeichnis für alle Aspekte des E-Learning“ dienen.

Oberste Priorität habe die „Bekämpfung der digitalen Kluft“. Die Entwicklung der Wissensgesellschaft berge das Risiko einer neuen Art der sozialen Ausgrenzung. Allen Lernenden müsse deshalb der Zugang zum Internet ermöglicht werden. Zweite Priorität habe der Ausbau europäischer virtueller Campus-Projekte. Über die Frage, ob Online-Lernen eingesetzt werden soll, wird in vielen Firmen gar nicht mehr diskutiert. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, wenn es beispielsweise darum geht, Mitarbeiter an verschiedenen Standorten rasch und billig auszubilden. Was die Anbieter gelernt haben, und das zeigte sich auf der Learntec sehr deutlich, ist, dass sie in diesen schwierigen Zeiten mehr denn je bereit sei müssen, auf die Wünsche der Anwender einzugehen.

Foto: Learntec 2003

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