Kommentar

Big Data, Big Confusion!

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Es ist schon interessant: Jeder, der sich mit dem neuen Paradigma der Techniknutzung, mit Big Data, befasst, wird sofort die diesem Trend innewohnenden vielfältigen Möglichkeiten erkennen – natürlich auch die vielfältigen Gefahren, die die intelligente Analyse polystrukturierter Daten bereithält.
Jan-Bernd Meyer, Leitender Redakteur Sonderpublikationen
Jan-Bernd Meyer, Leitender Redakteur Sonderpublikationen
Foto: Joachim Wendler

Manche Beobachter gehen so weit, vorherzusagen, mit Big Data lasse sich in absehbarer Zeit die Zukunft auslesen. Das mag übertrieben klingen. Aber wenn es etwa die Auswertung von Daten erlaubt vorherzusehen, in welchem Stadtteil wann am meisten Autos gestohlen werden dürften (Schlagwort: Predictive Policing), dann kommt man dieser Vision schon ein gutes Stück näher.

Doch nicht nur die Möglichkeiten der neuen Technologien, und um die geht es ja in unseren Quadriga-Heften, sind interessant. Erwähnenswert ist auch Folgendes: Die deutsche Bevölkerung ist weitgehend ahnungslos, was sich gerade - quasi vor ihren Augen - an fundamentalen Veränderungen abspielt.

Big Data? Nie gehört!

Eine Untersuchung des Branchenverbands Bitkom belegt, dass mehr als jeder zweite Bundesbürger (53 Prozent) den Begriff Big Data nicht kennt, geschweige denn etwas mit ihm anzufangen weiß. Zu dieser Mehrheit der Bundesbürger gesellen sich noch weitere 22 Prozent, die schon einmal vage von Big Data gehört haben. Was der Begriff bedeutet, wissen sie nicht. Drei Viertel der deutschen Bevölkerung sind also ahnungslos, was diese spektakuläre technische Fortentwicklung angeht, die weitreichendes gesellschaftliches Veränderungspotenzial mit sich bringen wird.

Michael Kleinemeier, Mitglied des Bitkom-Präsidiums, stapelt nicht zu hoch, wenn er sagt: "Big Data wird eine der Schlüsseltechnologien für die Bewältigung der großen Zukunftsherausforderungen."

Wir wagen zu behaupten, dass Big Data in Verbindung mit den Komplementärtechniken Mobility und Social Media sowie getragen von einer Cloud-Infrastruktur den Motor der bereits begonnenen digitalen Revolution bildet. Zu Recht moniert Kleinemeier: "Über die gesellschaftlichen Möglichkeiten von Big-Data-Technologien spricht kaum jemand." Jetzt ist die Zeit gekommen, dies zu ändern. (mhr)