Recruiting-Umfrage

Bewerber möchten angesprochen werden

19.08.2016
Das Bewerbungsverfahren läuft heute längst digital ab. Doch ist es auch mobil? Welche neuen Technologien sind im Recruiting angekommen und wie kommen diese bei Bewerbern an? Die Jobbörse JobStairs hat in ihrer aktuellen Online-Umfrage Bewerber zu diesen Themen befragt. Das Ergebnis: Neue Technologien sind noch nicht in der Masse angekommen, bieten aber großes Potenzial.

Online-Jobbörsen sind bei Bewerbern nach wie vor die absolute Nummer eins bei der Stellensuche. Rund 60 Prozent der Befragten gehen in Online-Jobbörsen auf die Suche nach einem neuen Job. Erst danach folgen die Karriere-Websites der Unternehmen sowie das persönliche Netzwerk. Jeder zweite Bewerber (48,2 Prozent) nutzt zur Stellensuche seinen Laptop in den eigenen vier Wänden. Jeder Vierte schaut bereits per Smartphone oder Tablet nach offenen Stellen.

Mobile Endgeräte werden für die Jobsuche immer relevanter.
Mobile Endgeräte werden für die Jobsuche immer relevanter.
Foto: SOMMAI - shutterstock.com

"Die Anzahl derer, die mobile Endgeräte für die Stellensuche nutzen, wird weiter zunehmen", prognostiziert Prof. Dr. Wolfgang Jäger, Sprecher der Jobbörse JobStairs. "Ich gehe davon aus, dass sich viele Bewerber mobil bewerben würden, wenn die Unternehmen die entsprechenden Möglichkeiten bieten", meint Jäger. Dies bestätigt auch die aktuelle Online-Umfrage. Für 70 Prozent aller Befragten sind mobiloptimierte Stellenanzeigen wichtig oder sehr wichtig und zwei Drittel aller Befragten (66,1 Prozent) würden sich sogar mobil bewerben, wenn eine durchgängig mobile Bewerbung möglich wäre.

One-Click-Bewerbung ist auf dem Vormarsch

Viele Kandidaten befürworten eine One-Click-Bewerbung über die Profile in den Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn. Jeder Dritte wünscht sich sogar ausdrücklich die Möglichkeit einer Bewerbung über sein Xing- oder LinkedIn-Profil. In Punkto Active Sourcing sind Business-Netzwerke Spitzenreiter.

55,5 Prozent der Befragten möchten beim deutschen Netzwerk Xing aktiv von Recruitern angesprochen werden. Bei der internationalen Variante LinkedIn wünschen sich dies 39,3 Prozent der Befragten. Diese Offenheit für Active Sourcing endet allerdings bei den klassischen Social Networks, die Bewerber lieber rein privat nutzen.

Recrutainment noch kaum verbreitet

Neue Technologien sowie die Automatisierung des Bewerbungs- und Auswahlprozesses werden von den Jobsuchenden noch sehr zurückhaltend bewertet. Dies liegt aber auch daran, dass innovative Verfahren beispielsweise im Bereich Recrutainment noch kaum verbreitet sind. Drei Viertel der Befragten (75,5 Prozent) sind noch nicht mit spielerischen Elementen im Bewerbungsverfahren in Berührung gekommen. Zudem setzen Jobsuchende mehr Vertrauen in den Menschen. Jeder Zweite (50,3 Prozent) glaubt, dass Personalentscheider besser als ein Algorithmus bewerten können, ob ein Bewerber für eine bestimmte Stelle geeignet ist. Ein weiterer Trend, der im Personalmarketing zu beobachten ist, sei der Einsatz von Recruiting Videos.

Überraschenderweise empfindet die Mehrheit der Bewerber (80,4 Prozent) den Einsatz von Videos für weniger wichtig bei der Stellensuche. Aber jeder Fünfte (20,6 Prozent) hingegen hält Videos für sehr wichtig und ist auch einer eigenen Bewerbung per Video (21,4 Prozent) gegenüber positiv eingestellt.