IT intim - Die Sorgen der CIOs

Best-of-Breed hat ausgedient

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Die Zürcher Kantonalbank hat die Finanzkrise von 2008 als Gewinnerin überstanden. Da müsste jetzt doch auch für die IT jede Menge Geld zur Verfügung stehen.
Jochen Schneider, CIO, Zürcher Kantonalbank
Jochen Schneider, CIO, Zürcher Kantonalbank
Foto: Zürcher Kantonalbank

Leider haben wir hier in der Schweiz schon wieder eine prekäre Situation. Der starke Franken und die damit verbundenen Null- oder sogar Minuszinsen schmälern die Erträge der Banken. Das kommt nun gerade zu Unzeit, denn wir planen momentan den Umstieg von unserer heterogenen Best-of-Breed-Landschaft auf ein Standard-Kernbankensystem. Dieses Projekt wird voraussichtlich eine dreistellige Millionensumme kosten.

Technisch und auch wirtschaftlich ist dieses Projekt durchaus sinnvoll. Wir haben uns für ein System entschieden, das augenscheinlich unser gesamtes Geschäft durchgängig abdeckt. Wir wissen das für den Privatkundenbereich und testen es gerade für die Firmenkunden. Bis März soll die Business-Impact-Analyse abgeschlossen sein. Derzeit arbeiten schon etwa 80 Leute zumindest in Teilzeit an der Vorbereitung des Projekts, und ich würde mit der Umsetzung gern nahtlos an die Analyse anschließen.

Bislang nutzen wir auch schon viel Standardsoftware, aber für jeden Bereich eine andere. Als ich vor zwei Jahren meine Aufgaben hier übernahm, haben wir gemeinsam mit Business-Vertretern eine IT-Strategie formuliert, die sich weitgehend an den Kunden der Bank ausrichtet. Die Einführung des Kernbanksystems Avaloq passt dort gut hinein.