Umgang mit mobile IT

Bei wem das Smartphone mit in den Urlaub darf

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Im Urlaub schaltet Almirall-CIO Matthias Moritz sein Smartphone nur morgens und abends ein. Christian Niederhagemann von KHS hat sein Bose Sound-Link Mini im Gepäck. Ferien und mobile IT - dazu haben wir CIOs befragt.

Eine "heitere Gelassenheit" wünscht Klaus Hildebrandt seinen Lesern für den Rest der Woche. Hildebrandt ist vom Fach: er bloggt über "Touristik für Fortgeschrittene". Und zwar zum Thema Erholung und Entschleunigung. Die "heitere Gelassenheit" stammt allerdings vom ehemaligen Benediktinermönch Anselm Bilgri. Dieser hatte erst im Mai auf einer Veranstaltung der Reisebranche dazu aufgerufen, mehr Muße zu wagen.

Muße sollte denn auch der Zweck von Urlaubsreisen sein. Doch wie unterschiedlich die Vorstellungen davon sind, zeigt schon die Diskussion auf Hildebrandts Blog. So schreibt ein User namens Dirk Bender, mehr Muße wagen hätte doch gar nichts mit Work-Life-Balance zu tun, sondern damit, sich "einfach mal in die Sonne zu setzen und nichts zu tun. Weit weg von der Arbeit - aber eben auch weit weg von der Freizeit." Denn auch die sei bei vielen "generalstabsmäßig verplant".

Fragt sich, was das für den Umgang mit mobiler IT im Urlaub heißt. Droht Stress, wenn Smartphone und Co mitgenommen werden? Oder ist die Trennung von Work einerseits und Life andererseits nicht ohnehin künstlich?

Wie sehen CIOs das? Von der mobilen IT lassen will keiner der von uns Befragten. So sagt Matthias Moritz, CIO bei Almirall, iPad und Smartphone seien dabei - aber nur zur morgendlichen und abendlichen Nutzung. "Alles andere bleibt zu Hause, weil ich das nicht brauche", stellt er klar.

Ganz ähnlich hält es Egmont Foth, IT-Chef der SAG Group. Auch er nimmt iPad und Smartphone mit, weil er E-Mails lesen und "gegebenenfalls kurze Telefonate" führen will - allerdings nur einmal am Tag. "Tagsüber habe ich mein Smartphone im Urlaub nur in Ausnahmefällen eingeschaltet bei mir, weil es beim Sport zu leicht beschädigt werden kann", sagt Foth.

Hans van Melick, CIO der GEA Group, hat Tablet und Smartphone dabei. Dennoch gilt: Familie geht vor. Die mobilen Geräte nimmt er nur in die Hand, wenn er weder zum Sandburgenbau noch zum Rücken eincremen gebraucht wird.

Schutz in Hülle und Fülle

Stichwort Sandburgenbau: Sollen die Gadgets mit an den Strand, sind ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Kriegt das Handy zu viel Wasser ab, sollte der Akku entfernt und das Gerät an der Luft getrocknet werden. Gut vor Sand und Sonne geschützt sind Smartphones in speziellen Hüllen. Diese gibt es mittlerweile in grünem Wollfilz, rotbraunem Leder und schwarzem Plastik. Eine Unternehmerin aus Bogota bietet Smartphone-Hüllen aus recycelten LKW-Schläuchen an. Auch eine Form von Green IT.

Es gibt Momente im Leben, da ist das iPad schlichtweg überflüssig...
Es gibt Momente im Leben, da ist das iPad schlichtweg überflüssig...
Foto: Ivan Nakonechnyy - Fotolia.com

Wer das alles albern findet, nimmt einen verschließbaren Plastikbeutel. Den braucht man ja sowieso für die Flüssigkeiten im Handgepäck auf dem Flug. Christian Niederhagemann, CIO bei KHS, schwört dagegen auf die Cover von Lifeproof. "Entgegen diversen anderen martialischen Schutzverpackungen nehmen diese Hüllen den Geräten kaum etwas des schlanken Äußeren der Designer aus Cupertino", sagt er.

Dabei setzt Entspannung nicht unbedingt Strand oder Berge voraus. Auf dem "Touristik für Fortgeschrittene"-Blog schreibt ein Nutzer namens Skeptiker, es reiche ja auch, dann und wann eine Stunde lang dem Fluß beim Fließen zuzusehen oder dem Mond beim Scheinen. Gute Musik oder eine sinnvolle Fernseh-Sendung können ebenfalls die Batterie wieder aufladen. Deshalb hat KHS-CIO Niederhagemann "als Alternative zu blechern klingenden Hotelfernsehern" sein Bose SoundLink Mini mit im Gepäck. Seine Erfahrung: "Es grenzt an ein Wunder, wie die Ingenieure dermaßen viel Klang und satten Bass in ein Gerät der Größe zweier Zigarettenschachteln untergebracht bekommen."

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