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Baystar und SCO weiter im Clinch

26.07.2004

Die Querelen zwischen SCO und dem einstigen Großinvestor Baystar Capital sind anscheinend keineswegs ausgestanden. Die Unix-Company hat am 22. Juli gemeldet, die US-Börsenaufsicht SEC habe am Vortag grünes Licht zur Umwandlung ehemaliger Vorzugsaktien in gewöhnlich Anteilscheine und deren Rückkauf durch SCO grünes Licht gegeben. Doch Baystar erklärte unverzüglich, die Transaktion sei "wegen ungelöster Streitfragen zwischen den Parteien nicht abgeschlossen". Der Investor werde eine gerichtliche Klärung des Falles anstreben.

Was die strittigen Punkte sind ist unbekannt. Baystar gab dazu keine Erläuterung ab. Von SCO hieß es, der Investor bemängele unzutreffende öffentliche Erklärungen des Unix-Anbieters über die geschäftlichen Aussichten des Unix-Lizenzprogramms von SCOsource. SCO verlangt von Linux-orientierten IT-Anbietern wie IBM, Novell und Red Hat Schadenersatz sowie von Linux-Anwendern Unix-Lizenzgebühren. Doch dem Ansinnen war bisher kein Erfolg beschieden. SCOsource hat im letzten Quartal 11.000 Dollar eingenommen, gleichzeitig hat die SCO-Abteilung 4,4 Millionen Dollar Kosten verursacht.

Baystar und die Royal Bank of Canada hatten in der Hoffnung, SCO könne durch Urheberrechtsansprüche gegen Linux zu einer sprudelnden Quelle von Lizenzeinnahmen werden, 50 Millionen Dollar in die Unix-Firma investiert. Doch als sich diese Perspektiven in Luft auflösten, waren Ende Mai zuerst die kanadische Bank und dann auch der US-Investor ausgestiegen. Baystar hatte einem Ende der Beteiligung zugestimmt. Demnach sollte SCO die umgewandelten Anteilsscheine zurückkaufen und weitere 13 Millionen Dollar an den Risikokapitalgeber überweisen. (ls)