Petersberger Erklärung

Aufruf der CIOs zur Digitalisierung

04.03.2015
Die Digitalisierung rast so schnell voran, dass sich längst nicht alle gesellschaftlichen Bereiche als mündige Gestalter daran beteiligen. Die Petersberger Erklärung appelliert deshalb an Institutionen und jeden Einzelnen. Und sie liefert einen Katalog mit dringenden Handlungsfeldern.

Die Durchdringung aller Lebensbereiche mit digitalisierten Prozessen schreitet mit einer bisher kaum für möglich gehaltenen Geschwindigkeit und Dynamik voran. Weil sie jeden Bereich unseres Lebens nachhaltig beeinflussen, wenn nicht gar radikal verändern wird, betrifft sie uns alle - von Unternehmen und Institutionen, Beschäftigten, Entscheidern und Unternehmern, Lehrenden und Lernenden, bis hin zu uns als Bürger in unseren Rollen als Eltern, Nachbarn, Einwohner einer Stadt etc.

Die Digitale Transformation wird zu Recht oft als die 4. Industrielle Revolution bezeichnet. Als solche ist sie fundamental und wird die Art und Weise massiv verändern, wie wir leben, arbeiten, denken und fühlen. Nicht zuletzt wird sie unser Wertgefüge beeinflussen - und damit die Kriterien, nach denen wir uns für oder gegen etwas entscheiden und wonach wir unser Handeln ausrichten.

Auf den Hamburger IT-Strategietagen im Februar 2015 übergab CIO Hans-Joachim Popp vom DLR dem EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger die Petersberger Erklärung.
Auf den Hamburger IT-Strategietagen im Februar 2015 übergab CIO Hans-Joachim Popp vom DLR dem EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger die Petersberger Erklärung.
Foto: Foto Vogt

Das Transformationstempo ist dabei so hoch, dass derzeit längst nicht alle gesellschaftlichen Bereiche als mündige Gestalter beteiligt sind. Im Gegenteil: Wichtige, über viele Jahrzehnte entwickelte gesellschaftliche Infrastrukturen, wie z.B. das Rechts- und Bildungssystem, der Wissensstand in Politik, Wirtschaft und Bevölkerung sowie die notwendigen Überwachungs-, Anpassungs- und Normierungsprozesse hinken der Entwicklung massiv hinterher.

Die Folge sind nicht nur ungenutzte Chancen, sondern vor allem neue - zum Teil unverstandene und somit unkontrollierbare - Nutzungs- und Missbrauchsformen, die sich der Wahrnehmung des Einzelnen entziehen. Wir gehen davon aus, dass die bekannten Missbrauchsformen nur die Spitze des Eisbergs darstellen.

Der verantwortungsvolle Umgang mit der Digitalisierung erfordert die Etablierung neuer Grundfertigkeiten, deren Bedeutung mit der des Lesens und Schreibens durchaus vergleichbar sind. Deren Beherrschung ermöglicht nicht nur die Teilhabe an der Digitalgesellschaft, sie ist darüber hinaus die Voraussetzung für jede Form der Einflussnahme, Mitsprache und Mitgestaltung.

Zum einen sind diese Fähigkeiten ein Mittel, um die enormen Chancen zu erschließen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, zum anderen sensibilisieren sie gegenüber Risiken, die mit der Digitalen Transformation einhergehen.

Anlässlich der 10. Petersberger Gespräche der Comma Soft AG, stimuliert durch Beiträge der Referenten und die Diskussion im großen Kreis, wollen die Teilnehmer die Ergebnisse und Impulse in einer Erklärung zusammenfassen, die Weckruf und Aufforderung zur Mitgestaltung sein will. Die Erklärung soll ein Appell an die entscheidenden Institutionen sein, gleichzeitig aber auch jedem Einzelnen Anstöße dazu geben, wie er in seinem Wirkungskreis Einfluss nehmen kann.

Wir als Unterzeichner haben einen Katalog mit Vorschlägen zu den aus unserer Sicht dringenden Handlungsfeldern erstellt. Wir rufen dazu auf, in den nachstehend genannten Bereichen aktiv zu werden. Darüber hinaus erklären wir uns bereit, im Rahmen unseres Wirkungskreises und unserer jeweiligen Rolle die Umsetzung der folgenden Punkte zu unterstützen:

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