US-Mobilfunkmarkt

AT&T kämpft unbeirrt um T-Mobile-Übernahme

21.10.2011
Obwohl das eigene Mobilfunkgeschäft kräftig wächst, will der US-Telekomkonzern AT&T nicht auf die Übernahme des kleineren Rivalen T-Mobile USA verzichten.
Ladengeschäft von T-Mobile USA in San Francisco
Ladengeschäft von T-Mobile USA in San Francisco
Foto: Thomas Cloer (CC BY-NC-SA 2.0)

"Wir rechnen weiterhin damit, dass wir eine für uns erfolgreiche Lösung finden werden", sagte AT&T-Finanzchef John Stephens am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. AT&T lässt es bei dem Kauf auf eine Konfrontation mit den US-Wettbewerbshütern ankommen, die das 39 Milliarden Dollar schwere Geschäft blockieren. In vier Monaten, sagte Stephens, sehe man sich vor Gericht.

Mit dem Kauf von T-Mobile USA von der Deutschen Telekom will AT&T zur unumstrittenen Nummer eins unter dem Mobilfunkanbietern in den Vereinigten Staaten aufsteigen. Diese Machtballung hatte im zuständigen US-Justizministerium die Befürchtung geweckt, dass die Preise steigen und der Service leiden könnte. Das Gerichtsverfahren startet nun am 13. Februar und dürfte mehrere Wochen dauern.

Bereits ohne T-Mobile USA ist AT&T ein Riese. Im dritten Quartal konnte der Konzern die Marke von 100 Millionen Mobilfunkkunden überspringen. Es kamen unterm Strich 2,1 Millionen Nutzer hinzu, womit die Gesamtzahl auf 100,7 Millionen stieg. Vergleichbar groß ist in den USA nur noch Verizon ; der Rivale legt seine Geschäftszahlen am heutigen Freitag vor. Sprint Nextel und T-Mobile USA spielen eine Liga darunter. Daneben gibt es noch regionale Mobilfunkanbieter.

"Smartphones, Tablet-Computer und andere Geräte, die sich ins mobile Internet einwählen, haben beeindruckende Zuwächse verzeichnet", sagte AT&T-Chef Randall Stephenson. Weil gleichzeitig aber das Festnetzgeschäft weiter zurückging, stagnierte der Umsatz im Jahresvergleich bei 31,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 22,8 Milliarden Euro). Die Aktie fiel im frühen New Yorker Handel um annähernd 1 Prozent.

Beim Gewinn konnte AT&T ohnehin nicht mit dem Vorjahr mithalten. Damals hatten der Verkauf einer Tochterfirma und eine Steuergutschrift das Ergebnis auf ungewöhnliche 12,3 Milliarden Dollar hochgetrieben. Nun kamen unterm Strich 3,6 Milliarden Dollar heraus. Mit der Zusammenlegung der Netze von T-Mobile USA und AT&T sollen die Kosten deutlich sinken und damit der Profit steigen. Es ist denkbar, dass AT&T Zugeständnisse macht, um den Kauf noch hinzukriegen, und beispielsweise Kunden an Metro PCS abgibt.

Auch für die Deutsche Telekom steht viel auf dem Spiel. Sie will sich mit dem Verkauf von T-Mobile USA eines Sorgenfalls entledigen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen, und können bis heute als einziger der vier landesweit vertretenen Mobilfunker das beliebte iPhone-Handy von Apple nicht anbieten. Dagegen konnte AT&T alleine bis Dienstag eine Million der neuen iPhone 4S freischalten - niemals zuvor war ein Handy derart eingeschlagen. (dpa/tc)