Notebook für unterwegs (11 bis 14 Zoll)

Apple Macbook Air 13 (2013) im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Das Apple Macbook Air 13 ist das beste Ultrabook, das kein Ultrabook ist. Der Test zeigt, ob auch das 2013-Modell das Maß aller mobilen Dinge bleibt.

Einerseits ist das neue Apple Macbook Air 13 top-aktuell: Es arbeitet mit einem ULV-Prozessor aus der frischen Haswell-Serie von Intel, dem Core i5-4250U mit 1,3 GHz. Außerdem ist es eines der ersten Notebooks mit einem WLAN-Modul, das den (künftigen) Gigabit-WLAN-Standard 11ac unterstützt. Andererseits hinkt der Apple-Flachmann bei anderen technischen Daten hinterher: Das 13,3-Zoll-Display im Air zeigt 1440 x 900 Bildpunkte - viele Top-Ultrabooks anderer Hersteller locken dagegen schon mit Full-HD-Displays. Und Apple verweigert sich weiterhin dem Thema Touchscreen bei Notebooks, obwohl Intel einen berührungsempfindlichen Bildschirm für aktuelle Ultrabooks fordert.

9,8 Millimeter dünn ist das Macbook Air 13 und 1344 Gramm leicht
9,8 Millimeter dünn ist das Macbook Air 13 und 1344 Gramm leicht
Foto: Apple

Aber das Macbook Air war ohnehin noch nie ein Ultrabook nach Intels Vorgaben - dem 2012-Modell fehlte beispielsweise die vorgeschriebene Software-Ausstattung. Und auch gegen die anderen Vorhaltungen kann sich Apple mit guten Argumenten wehren: Für Auflösungshungrige gibt als fast genauso dünne und leichte MacOS-Alternative das 13,3-Zoll-Modell des Macbook Pro Retina. Und ein Touchscreen in Notebooks dient derzeit eher Werbezwecken als dem Praxisnutzen.

Design und Verarbeitung

Auch am bekannten Design hat Apple beim Haswell-Air festgehalten - warum auch nicht? Beim Macbook Air wackelt und knarzt nichts, die Verarbeitungsqualität des Aluminium-Unibody-Gehäuses setzt nach wie vor Maßstäbe. Dafür liegt es mit 1344 Gramm nicht an der Spitze der Federgewichtsliga: Ultrabooks mit Magnesium- oder Karbon-Gehäuse wie das Sony Vaio Pro 13 sind rund 300 Gramm leichter, wirken aber weniger stabil.

Wir haben auf dem Macbook Air Windows 8 über den Boot-Camp-Assistenten installiert: Deshalb sind die Testergebnisse vergleichbar mit anderen Windows-Notebooks in der PC-WELT-Bestenliste.

Geschwindigkeit

Der Haswell-Dual-Core-Prozessor ist nicht die einzige Neuigkeit, die dem Macbook Air zu hohem Rechentempo verhilft: Die 256 GB große SSD ist per PCI-Express statt SATA angebunden - das macht sie zur schnellste Notebook-Festplatte bisher im Test. Das steigert natürlich die gesamte Systemleistung und federt die geringere Prozessorleistung der ULV-CPU ab, die sich im Test vor allem bei rechenintensiven Aufgaben wie Videobearbeitung und Formatumwandlung nachteilig bemerkbar macht.

Anschlüsse links: Strom, USB 3.0, Audio
Anschlüsse links: Strom, USB 3.0, Audio

Im Core i5-4250U sitzt die Intel HD Graphics 5000: Sie ist knapp doppelt so schnell wie die Ivy-Bridge-Grafik der Vorgänger-Generation und erreicht die 3D-Leistung von Einstiegskarten wie der Geforce GT 620M. Für aktuelle Spiele, hohe Auflösungen und Detailstufen reicht es aber dennoch nicht.

GESCHWINDIGKEIT

Apple Macbook Air 13 (2013) (Note: 1,63)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

87 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

98 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

52 Punkte (von 100)

Startzeit

12 Sekunden

Akkulaufzeit

Dafür punktet die Haswell-CPU mit großer Sparsamkeit. Das Macbook Air 13 läuft selbst unter Windows knapp neun Stunden im Akkubetrieb - über zwei Stunden länger als das Ivy-Bridge-Air. Mit Haswell fällt der traditionell höhere Verbrauch unter Windows also nicht mehr ins Gewicht. Unter MacOS X erreicht es bei der Video-Wiedergabe und maximaler Display-Helligkeit locker die von Apple behaupteten zehn Stunden Laufzeit.

MOBILITÄT

Apple Macbook Air 13 (2013) (Note: 1,30)

Akkulaufzeit

8:57 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1344 / 194 Gramm

Display

Der Bildschirm zeigt sehr kräftige, satte, aber etwas dunkle Farben: Filme und Fotos wirken aber sehr gut. Allerdings stört, dass beim Blick von schräg unten Kontrast und Farbsättigung deutlich zurückgehen. Bei seitlicher Draufsicht bemerken Sie dagegen keinen Unterschied. Das Display leuchtet hell, dürfte aber für den Einsatz unter freiem Himmel durchaus noch heller sein: Es kann nämlich Reflexionen des Umgebungslichts aufgrund der spiegelnden Oberfläche nicht komplett überstrahlen.

BILDSCHIRM

Apple Macbook Air 13 (2013) (Note: 2,28)

Größe

33,7 Zentimeter / 13.3 Zoll

Auflösung

1440 x 900 Bildpunkte

Punktedichte

128 dpi

Helligkeit

255 cd/m²

Helligkeitsverteilung

83 %

Kontrast

775:1

Entspiegelung

gering

Ausstattung

Mit Anschlüssen geizen flache Ultrabooks traditionell - aber Apple treibt es beim Macbook Air noch ein Stück weiter. Immerhin sind zwei USB-3.0-Ports an Bord und ebenso ein Speicherkarten-Leser. Alles andere muss man über den Thunderbolt-Port andocken - ohne Adapterkabel passen daran aber nur Monitore mit einem Mini-Displayport-Eingang. VGA, DVI, HDMI oder Gigabit-LAN lässt sich nur über Adapterkabel bewerkstelligen, die extra kosten.

Tastatur und Touchpad

Auf dem großen Touchpad gelingen selbst unter Windows butterweiche Multi-Touch-Gesten - mit dem Macbook Air scrollen und zoomen Sie auch im Microsoft-OS besser als mit Standard-Windows-Notebooks. Allerdings unterstützte der Bootcamp-Treiber zum Testzeitpunkt keine Windows-8-Gesten: Die Kachel-Oberfläche lässt sich daher nur mühsam navigieren. Und auch Funktionen für drei und vier Finger, die unter MacOS funktionieren, klappen bei Windows nicht.

Die sehr stabil eingebaute Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung überzeugt mit einem angenehm gleichmäßigen Druckpunkt. Der Tastenhub fällt wie bei allen flachen Notebooks sehr niedrig aus - trotzdem liegt das Macbook Air deutlich flacher als etwas kräftiger hätte ausfallen dürfen, obwohl er den meisten Vielschreibern in der Redaktion genügte.

Wie beim Macbook Air gewohnt, bleibt der Lüfter auch unter Last lange leise. Apple hat die Temperaturschwelle, ab der der Lüfter einsetzt, sehr hoch gesetzt. Wenn er in Aktion tritt, dreht er aber recht laut, arbeitet aber wirkungsvoll: Das flache Notebook heizt sich kaum auf.

Apple Macbook Air 13 im Test: Fazit

Mit der Haswell-CPU macht das Macbook Air einen großen Schritt nach vorne bei der Akkulaufzeit. Geschwindigkeit, Bedienung und Verarbeitung bleiben top. Das Air ist nicht mehr konkurrenzlos gut, aber immer noch eines der besten Ultrabooks - obwohl es eigentlich keines ist.

Das Sony Vaio Pro 13 ist leichter und hat ein besseres und höher auflösendes Display. Mit dem sinnvollen WLAN-Router-Netzteil ist Sony außerdem Apple einen Innovationsschritt voraus. Allerdings fällt die Akkulaufzeit etwas knapper aus.

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Apple Macbook Air 13 (2013)

Testnote

gut (1.95)

Preis-Leistung

noch preiswert

Geschwindigkeit (20 %)

1,63

Ausstattung (15 %)

2,92

Bildschirm (20 %)

2,28

Mobilität (35 %)

1,30

Tastatur (5 %)

2,04

Umwelt und Gesundheit (5 %)

3,00

Service (5 %)

3,11

Aufwertung

0,05 (beleuchtete Tastatur)

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Apple Macbook Air 13 (2013)

Testnote

gut (1.95)

Preis-Leistung

noch preiswert

Geschwindigkeit (20 %)

1,63

Ausstattung (15 %)

2,92

Bildschirm (20 %)

2,28

Mobilität (35 %)

1,30

Tastatur (5 %)

2,04

Umwelt und Gesundheit (5 %)

3,00

Service (5 %)

3,11

Aufwertung

0,05 (beleuchtete Tastatur)

DIE TECHNISCHEN DATEN

Apple Macbook Air 13 (2013)

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i5-4250U (1,30 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

4096 MB (3790 MB), DDR3-1600

Grafikchip (Grafikspeicher)

Intel HD Graphics 5000 (1,75 GB max., vom Arbeitsspeicher)

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

13.3 Zoll (33.7 Zentimeter), 1440 x 900, spiegelnd

Festplatte

233,0 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

- (-)

Betriebssystem

Mac OS X 10.8

LAN

nicht vorhanden (nur per Adapter)

WLAN

802.11ac

Bluetooth

Bluetooth 4.0

Schnittstellen Peripherie

2x USB 3.0 (rechts, links), 1x Kartenleser (rechts, SD), 1x Thunderbolt (rechts)

Schnittstellen Video

1x Webcam

Schnittstellen Audio

kombinierter Audioeingang/Audioausgang

ALLGEMEINE DATEN

Apple Macbook Air 13 (2013)

Internetadresse von Apple

www.apple.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

1299 Euro / 1179 Euro

Technische Hotline

01805/009433

Garantiedauer

12 Monate

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation PC-Welt. (mhr)