Neue Chips für das iPhone

Apple kauft Chipdesigner P.A. Semi

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Durch die Übernahme könnte der Hersteller seine iPhones und iPods künftig mit eigenen stromsparenden Mobilfunk-Prozessoren versorgen.

Wie das US-Magazin "Forbes" erfahren hat, wurde der Kauf von P.A. Semi auf höchster Management-Ebene und unter Beteiligung von Steve Jobs eingefädelt. "Apple kauft ab und an kleinere Technologie-Unternehmen auf", bestätigte Firmensprecher Steve Dowling den Deal gegenüber dem Blatt. Üblicherweise kommentiere man Pläne und Absichten jedoch nicht. Auch Angaben zum Kaufpreis machte Dowling nicht. Einem Insider zufolge hat Apple jedoch für P.A. Semi 278 Millionen Dollar in bar auf den Tisch gelegt.

P.A. Semi ist für seine stromsparenden Mikroprozessoren bekannt und wurde 2003 von Dan Dobberpuhl gegründet, der zuvor Chefdesigner der Alpha- und StrongARM-Prozessoren bei Digital Equipment war. Die 150-Mitarbeiter starke Firma war Apple bereits vor drei Jahren aufgefallen, als der Mac-Hersteller von IBMs PowerPC-Chips zu anderen Prozessoren wechseln wollte. Obwohl sich die Company letztendlich doch für den Griff in die Intel-Regale entschied, verlor es den kleinen Chipdesigner P.A. Semi nicht aus den Augen und nahm vor wenigen Wochen wieder Gespräche auf.

Forbes vermutet, dass Apple die P.A. Semi-Prozessoren in iPhone und iPods einsetzen könnte. Bis dahin dürfe aber noch mindestens ein Jahr vergehen. Aktuell befasst sich das Chip-Startup nämlich primär mit Hochleistungssystemen. Zu den Kunden zählt unter anderem die Sparte System Storage Products von NEC. Grundsätzlich eignet sich die Design-Philosophie - hohe Prozessorstärke und sparsamer Stromverbrauch - jedoch auch für mobile Geräte. (mb)