MWC 2014

Android-Smartphones Nokia X, X+ und XL vorgestellt

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nokias vermeintlicher Sündenfall mit Android erweist sich als cleverer Schachzug, um mehr Nutzer auf Microsoft-Dienste zu locken. Gleichzeitig schüren die Finnen den Preiskampf bei günstigen Smartphones mit Nokia X, X+ und XL weiter an.

Nokia-Chef Stephen Elop fiel es nicht schwer, auf der Pressekonferenz zu Beginn des Mobile World Congress einen entspannten Eindruck zu machen. Nach dem schwierigen Start nimmt die Plattform Windows Phone langsam Fahrt auf und hat nun - wie er stolz berichtet in zahlreichen Ländern über zehn Prozent Marktanteil erreicht, in Europa sind das Italien, Großbritannien, Belgien, Polen und natürlich Nokias Heimatland Finnland. Hauptsächlich dafür verantwortlich sind Nokias preisgünstige Lumia-Geräte wie das Lumia 520 - laut Elop das bestverkaufte Smartphone der Welt im Bereich zwischen 75 bis 150 Euro.

Die Oberflächen von Nokia X erinnern trotz Android oft stark an Windows Phone.
Die Oberflächen von Nokia X erinnern trotz Android oft stark an Windows Phone.
Foto: Nokia

Um an diesen Erfolg anzuknüpfen, ohne die Marken Lumia und Windows Phone weiter zu verwässern, haben die Finnen nun die Nokia X-Familie vorgestellt. Sie besteht aus den preisgünstigen Geräten Nokia, X, X+ und XL und läuft mit Android (auf Basis der Open-Source-Distribution AOSP) und ausgewählten Nokia- und Microsoft-Programmen wie HERE Maps, Nokia Mix Radio, OneDrive und Bing-Suche. Ein cleverer Schachzug, denn auf diese Weise könnte es gelingen, weitere Nutzer auch ohne Windows Phone-Betriebssystem dem Microsoft-Ökosystem zuzuführen. So erhalten Käufer mit den Geräten sieben GB kostenlosen Speicherplatz in der Microsoft-Cloud und können für einen Monat kostenlos via Skype internationale Festnetzanschlüsse anrufen. Daneben sind noch einige Apps und Spiele von Drittanbieter wie BBM oder Facebook vorinstalliert, der Zugriff auf Google Play Store bleibt den Geräten aber versagt.

Die Geräte im typischen Lumia-Design selbst sind weniger spektakulär: Alle drei Smartphones unterstützen Dual-Sim und laufen mit einem Snapdragon-Dualcore-Prozessor - das Nokia X besitzt ein 4-Zoll-IPS-Display, 512 MB RAM und eine 3-Megapixel-Kamera, das X+ ist etwas kräftiger mit 768MB RAM und einer 4GB-MicroSD-Karte. Besonderheit des Nokia XL ist das 5-Zoll-Display, sowie 2- und 5-Megapixel-Kameras auf Vorder- und Rückseite. Als Preise wurden 89, 99 und 109 Euro genannt, sämtliche Angaben sind ohne Mehrwertsteuer. Das Nokia X soll ab sofort verfügbar sein, seine Geschwister kommen Anfang des zweiten Quartals.

Das Nokia 220 kostet gerade einmal 29 Euro.
Das Nokia 220 kostet gerade einmal 29 Euro.
Foto: Nokia

Neben der X-Serie kündigte Nokia außerdem noch zwei Internet-fähige Telefone für Schwellenmärkte an. Das Nokia 220 zum Beispiel kostet - vor lokalen Steuern und Betreibersubventionen - gerade einmal 29 Euro, das Nokia Asha 230 hat für 45 Euro sogar einen Touchscreen. Elop kündigte außerdem noch an, dass der Blackberry Messenger (BBM) und Adobes für Smartphones abgespeckte Photoshop-Variante Express demnächst auch auf Lumia-Smartphones mit Windows Phone 8 zur Verfügung stehen, wie unter anderem Blogger Carsten "Caschy" Knobloch auf stadt-bremeverhaven.de berichtet. (tc)