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AMD macht Boden auf Intel gut

25.01.2006
Rund jeder fünfte im vierten Quartal 2005 verkaufte x86-Prozessor stammte von Advanced Micro Devices (AMD). Damit holt der ewige Zweite im weltweiten CPU-Geschäft weiter gegenüber Branchenprimus Intel auf.

Laut einer Untersuchung von Mercury Research erreichte AMD im vierten Quartal 2005 am weltweiten Markt für x86-CPUs einen Anteil von 21,4 Prozent. Damit kommt der Intel-Rivale erstmals seit knapp fünf Jahren wieder auf einen Wert von über 20 Prozent. Im vorangegangenen dritten Quartal 2005 war AMD auf 17,7 Prozent gekommen. Nach Einschätzung der Analysten beruht der Anstieg auf stärkeren Chipverkäufen in allen drei wichtigen Bereichen - Desktops, Notebooks und Server.

Die Aufholjagd spiegelte sich auch in den jüngsten Quartalsergebnissen wider. Während Intel die Börsianer mit einer verfehlten Prognose verschreckte, übertraf AMD die Erwartungen der Analysten (siehe auch: Intel enttäuscht Wall Street mit verfehlter Umsatzprognose, Chiphersteller AMD in der Gewinnzone).

Die endgültigen Zahlen für den Branchenprimus Intel wollte Dean McCarron, Principal Analyst von Mercury Research, noch nicht verraten. Diese sollen Anfang Februar vorliegen. Geht man jedoch von einem gemeinsamen Marktanteil von 98 bis 99 Prozent für Intel und AMD aus, so kann Intel etwa 77 Prozent der weltweiten x86-Chip-Verkäufe für sich verbuchen.

McCarron macht in erster Linie die Fortschritte AMDs im Server-Sektor für die guten Ergebnisse verantwortlich. Hatte AMD in den vorangegangenen Jahren Schwierigkeiten, seine Server-Prozessoren an den Mann zu bringen, reüssierte der Intel-Verfolger 2005 vor allem mit seinen Opteron-Prozessoren. Der Chip-Anteil im Server-Segment wuchs im Vergleich vom dritten zum vierten Quartal 2005 von 12,7 auf 16,4 Prozent. Bei den Desktops legte AMD im gleichen Zeitraum von 20,4 auf 24,3 Prozent zu, der Anteil im Notebook-Bereich stieg von 12,2 auf 15,1 Prozent.

Intel habe den Marktforschern zufolge die Entwicklung in Sachen Dual-Core-Prozessoren verpasst. Während AMD bereits im April 2005 einen Opteron-Chip mit zwei Rechenkernen auf dem Markt hatte, dauerte es bei Intel mit dem Dual-Core-Xeon-Chip bis zum Oktober. Eine starke Position verteidigt Intel nach wie vor im Mobilmarkt. Hier hat der Halbleiterriese in den vergangenen Jahren mit der Centrino-Architektur seine Stellung ausgebaut. Auch in Sachen Dual Core für Notebooks hat Intel mit einem kürzlich vorgestellten "Core-Duo"-Prozessor die Nase vorn (siehe auch: Intel überholt seine Marke). Eine Turion-CPU mit zwei Rechenkernen wird erst gegen Ende des Jahres erwartet. (ba)