Amazon Web Services

Amazon bringt EC2 nach Europa

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Amazon.com bietet im Rahmen der Amazon Web Services (AWS) den Infrastruktur-Dienst "Elastic Compute Cloud" (EC2) ab sofort auch in Europa an.

Entwickler und Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, ihre EC2-Instanzen jetzt auch in verschiedenen (genauer gesagt: zwei) Verfügbarkeits-Zonen in Europa zu betreiben. Das bedeutet gegenüber den bisherigen US-Servern von Amazon.com geringere Latenz, räumliche Nähe zu anderen Ressourcen wie S3-Datenspeicher sowie - und das dürfte für viele potenzielle Nutzer besonders interessant sein - die Erfüllung von EU-Auflagen in Sachen Datenspeicherung.

Amazon verspricht, dass mit EC2 virtuelle Server in Minuten erworben und gebootet werden können. Das europäische Angebot beinhaltet bereits in den USA kürzlich eingeführte Neuerungen wie "Elastic IP Adresses" und "Elastic Block Store". Die Unterstützung für Windows und SQL Server von Microsoft wird allerdings auf dem alten Kontinent erst in den nächsten Wochen folgen.

Genutzt wird EC2 unter anderem von Münchner Wissenschaftlern, die sich am ATLAS-Experiment des LHC-Beschleunigers am Schweizer CERN beteiligen. "Wir kommen nun viel schneller voran als zuvor, weil wir uns auf das Experiment selbst konzentrieren können, statt uns um die Technik für den Betrieb kümmern zu müssen", sagt Stefan Kluth, Leiter des Grid-Computing-Projektes am Max-Planck-Institut für Physik.

EC2 kostet keinerlei Einstiegs- oder Grundgebühr, bezahlt wird nur für die tatsächlich genutzte Rechenleistung. Die Gebühren für die Datenübertragung sind in Europa gleich hoch wie in den USA (zehn US-Cent pro eingehendem Gigabyte Daten, zwischen 17 und zehn US-Cent pro ausgehendem GB). Virtuelle Standard-Server kosten pro Stunde je nach Größe elf bis 88 US-Cent; für besonders leistungsfähige Instanzen ("High CPU") sind 22 bis 88 Cent pro Stunde fällig.