Ankündigung morgen

Alles wartet auf den Tablet-PC von Apple

26.01.2010
Unbeschadet von der weltweiten Krise startet Apple mit einem phänomenalen Erfolg ins neue Jahr.
Was Apple wirklich vorstellt, wissen auch wir erst morgen Abend.
Was Apple wirklich vorstellt, wissen auch wir erst morgen Abend.

Noch nie zuvor verkaufte das Unternehmen so viele seiner populären iPhone-Handys und Mac-Rechner wie im abgeschlossenen Weihnachtsquartal. An diesem Mittwoch dürfte das Unternehmen mit der lange erwarteten Vorstellung neuer Produkte noch eines draufsetzen: Seit Wochen brodelt bereits die Gerüchteküche. Als sicher gilt, dass Apple-Chef Steve Jobs erstmals einen eigenen Tablet-PC vorstellen wird.

Nachdem Apple bereits mit seinem populären iPhone eine ganze Branche umgekrempelt hat, erwarten viele Beobachter nun auch einen Durchbruch für den Tablet-PC. Das Gerät in der Größe eines Taschenbuchs wird nach übereinstimmenden Spekulationen bis Informationen zahlreicher Medien einen berührungsempfindlichen Bildschirm haben und könnte auch den noch jungen Markt für E-Book-Reader neu definieren, den bis dato Amazon.com mit seinem "Kindle" dominiert. Vor allem die angeschlagene Zeitungs- und Medienbranche erwartet von dem erfolgsverwöhnten Unternehmen aus Cupertino mit der Produktankündigung einen neuen Hoffnungsträger.

Es sei absehbar, dass es eines Tages nur noch sehr wenige gedruckte Zeitungen geben werde, sagte Sandy Schwartz, Präsident der Media-Gruppe von Cox Enterprises der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Meine Hoffnung ist, dass es bald einen Tablet-PC gibt, der alles kann: GPS, Telefonie und Anzeigen darstellen." Nach Informationen des "Wall Street Journal" führt Apple für entsprechende Inhalte bereits Gespräche mit dem amerikanischen Verlag Harper Collins. Der "BusinessWeek" zufolge laufen ebenfalls Verhandlungen mit dem Lernverlag McGraw-Hill Education, der Hachette Book Group in New York sowie mit dem Wissenschafts-Verlag John Wiley & Sons.

Noch ist der Markt für E-Book-Reader sehr überschaubar, nach Schätzungen der Marktforschung Forrester Research werden in diesem Jahr weltweit rund sechs Millionen der Lesegeräte abgesetzt. Die derzeit auf dem Markt verfügbaren E-Book-Reader etwa von Sony oder Amazon stellen Inhalte mit ihrer lesefreundlichen "E-Ink"-Technologie jedoch lediglich in Schwarz-Weiß (maximal 16 Graustufen) dar und können beispielsweise keine Videos abspielen. Hier sei Apple in der besten Position, um den Markt neu zu definieren, sagte James McQuivey, Analyst der Marktforschungsfirma Forrester Research.

Ein herkömmliches Display mit Hintergrundbeleuchtung dürfte allerdings die Lesefreundlichkeit mindern und vor allem auf die Akkulaufzeit gehen. Mit diesem Nachteil hatten auch alle bisherigen Tablet-PC-Modelle zu kämpfen, die von Apple-Konkurrenten auf den Markt gebracht wurden. Die mobilen Internet-Geräte ohne Tastatur gibt es bereits seit den 1990er Jahren. Doch unter anderem wegen schwacher Laufzeiten sowie vergleichsweise hoher Preise fristeten sie bislang ein Nischendasein.

Erst im Januar hatte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas einen neuen Tablet-PC von Hewlett- Packard (HP) präsentiert. Zuvor war gemunkelt worden, dass Ballmer mit seinem Auftritt dem Rivalen Apple die Show stehlen wollte. Doch anders als erwartet, demonstrierte Ballmer den "Slate-PC" überraschend begeisterungsfrei. Auch beim Publikum fiel die digitale Schiefertafel durch.

Wenn Apple mit dem Tablet-PC eine Produktkategorie tatsächlich neu definieren will, muss der kalifornische Konzern auch bei der Bildschirmtechnik neue Standards setzen. Für den einfachen Zugang zu Inhalten ist auch ein mobiler Internet-Zugang wahrscheinlich. Nach Informationen des Online-Portals von "Fox News" wird das Gerät in zwei Versionen auf den Markt kommen: Eine Version werde das amerikanische Netz CDMA unterstützen, ein anderes über das hierzulande gebräuchliche GSM-Netzwerk Verbindung aufnehmen können, hieß es. Apple führe dafür bereits Gespräche mit den Mobilfunkbetreibern Verizon und AT&T, berichtet "Fox News" und beruft sich dabei auf Quellen, die den beiden Unternehmen nahe stehen. (dpa/tc)