IT meets Business

Alignment - wie es konkret funktioniert

24.09.2012 | von Jürgen Hawig und Volker Johanning
Gelungene IT-Projekte, höchste Kosteneffizienz und Informationssysteme, welche die Geschäftsprozesse perfekt unterstützen. Dieses Szenario lässt sich nur bewerkstelligen, wenn IT und Business optimal zusammenarbeiten. Aber das ist leichter gesagt als getan.
Für den geschäftlichen Erfolg müssen sich IT und Business verstehen.
Für den geschäftlichen Erfolg müssen sich IT und Business verstehen.
Foto: Fotolia/shoot4u

Welche sind die Voraussetzungen für stimmige Ergebnisse und zufriedene Mienen bei Vorgesetzten und in den Fachbereichen? Wie stellt man sicher, dass der IT-Bereich versteht und umsetzt, was der Fachbereich wirklich braucht? Diese Fragen stellen sich Geschäftsführer und Unternehmer spätestens, wenn sie die wirkliche Bedeutung der IT erkennen. Eine das Geschäftsmodell optimal unterstützende IT wird schließlich immer mehr zum Erfolgsfaktor auf den allerorts umkämpften Märkten.

Die Antwort auf die eingangs gestellten Fragen lässt sich in dem Schlagwort Business-IT-Alignment zusammenfassen. Hier geht es um den intensiven und vor allem konstruktiven Dialog zwischen den Fachbereichen und der IT. Das Ziel besteht darin, essenzielle Business-Prozesse durch die Bereitstellung wertschöpfender IT-Prozesse nachhaltig zu unterstützen. Letztlich kann das Business-IT-Alignment wesentlich dazu beitragen, die Leistungskraft eines Unternehmens und damit auch dessen Position zu stärken.

Auf der Grundlage von Business-IT-Alignment bildet die IT konsequent die Anforderungen der Fachbereiche ab. Der IT-Leiter oder CIO stellt nicht mehr nur vordefinierte Services zur Verfügung ("Supply-Management"), sondern bedient das Business entsprechend konkreter geschäftlicher Anforderungen ("Demand-Management"). Vereinfacht gesagt ist Business-T-Alignment die Ausrichtung der IT an den Geschäftszielen des Unternehmens.

Die Ausgangssituation

So weit, so gut. Aber wie sieht die Praxis aus? In vielen traditionell geführten Unternehmen, gerade im mittelständischen Umfeld, sieht es in der IT so aus, dass eine gute Fachkraft ständig befördert wird und irgendwann zum IT Leiter aufsteigt. Naturgemäß wird die IT deshalb oft aus einem rein technischen Blickwinkel heraus geleitet.

Das Resultat ist eine starke Fokussierung auf folgende Faktoren:

  • optimaler Einsatz von hochkomplexen Systemen und IT-Landschaften,

  • effizienter Betrieb

  • sowie die Administration einer funktionierenden IT-Infrastruktur.

Die Bereitstellung solcher Services wird zur prominenten Aufgabe der IT Abteilung. Es gibt jedoch keinen Raum für Strategien, deren Integration die Leistungskraft des Unternehmens insgesamt sowie seine Positionierung im Wettbewerb voranbrächte.

Auf eben dieser starken Technikfokussierung fußen die Klagen über mangelhafte Zusammenarbeit zwischen IT- und Fachseite sowie die Schuldzuweisungen seitens der Fachbereiche. Diese klagen häufig, dass ihre Anforderungen von den IT-Mitarbeitern nicht verstanden würden und keine adäquaten Lösungen zur Unterstützung wesentlicher Prozesse bereitstünden.

Der Lösungsansatz

Die drei Säulen der IT
Die drei Säulen der IT
Foto: Johanning/Hawig

Anders herum betrachtet, lässt sich das Spannungsfeld zwischen der hochkomplexen, technischen Steuerung der Systemvielfalt und den geschäftlichen Anforderungen der Fachbereiche lösen, indem die IT eine neue Ausrichtung erfährt. IT und Fachabteilung müssen erst einmal lernen, einander zu verstehen. Die Implementierung eines durchdachten Business-IT-Alignments ist Aufgabe des IT-Leiters oder CIOs - in Abstimmung mit der Unternehmensführung. Um IT-Organisation und Mitarbeiter in diese Richtung zu führen, muss vorab die organisatorische Grundlage geschaffen werden. Sie ruht auf drei Säulen Diese definieren sich, wie folgt:

1. Bereitstellung und Optimierung wertschöpfender IT- Prozesse

Dies ist die wesentliche Säule einer nachhaltigen Business-Unterstützung. Deshalb setzt genau hier das Thema Business-IT-Alignment an. Nur durch die effiziente Zusammenarbeit mit den Fachbereichen in den wertschöpfenden Prozessen ist eine ständige Optimierung möglich.

2. Automatisierung und Harmonisierung von IT-Standardprozessen

Hierzu zählen gerade in der Industrie alle administrativen Prozesse, zum Beispiel in den Bereichen Finanzen/Rechnungswesen oder Personal. Diese Prozesse stellen keine originäre Wertschöpfung dar, die einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb verschaffen würden. Deshalb sollten sie möglichst standardisiert und ohne großen Aufwand einmalig automatisiert werden.

3. Optimale und kosteneffiziente Versorgung mit "Commodity Services"

Darunter sind alle Aufgaben im Bereich IT-Infrastruktur zu verstehen wie der Betrieb eines Rechenzentrums, der Helpdesk/Support, die Versorgung mit Hardware und Software etc. Dies sind Aufgaben, die auf der Basis eines gesicherten Service-Managements nach ITIL sehr effizient zu organisieren sind und im Rahmen einer Sourcing-Strategie auch an externe Dienstleister vergeben werden können.

Newsletter 'CP Business-Tipps' bestellen!