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Akquisition von i2 durch JDA steht auf der Kippe

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Die Talfahrt der Wirtschaft und der Börsen hat JDA Software einen Strich durch die Rechnung gemacht: Der Merger mit i2 wurde auf Januar verschoben, falls er überhaupt noch klappen sollte.

Im August hatte JDA Software angekündigt, nach Manugistics 2006 auch den SCM-Spezialisten i2 zu übernehmen. Das Angebot belief sich auf 346 Millionen Dollar, umgerechnet 14,86 Dollar je Aktie. Seit dem Einbruch der Börsen hat die Aktie von JDA allerdings rund 30 Prozent ihres Wertes verloren, so dass der Käufer zuletzt nur wenig mehr wert war als der Übernahmekandidat. Aufgrund der angespannten Situation im Finanzsektor ist JDA zudem auf Probleme gestoßen, eine bezahlbare Finanzierung für den Deal auf die Beine zu stellen.

Anfang November forderte JDA dann auch i2 auf, die Abstimmung seiner Anteilseigner über den Deal zu verschieben und Verhandlungen über einen niedrigeren Preis aufzunehmen. Natürlich lehnten i2 und seine Anteilseigner das Ansinnen ab und stimmten der Übernahme mehrheitlich zu. Inzwischen waren nämlich die Aktien von i2 auf unter zehn Dollar eingebrochen, so dass sich die Transaktion gelohnt hätte. Folglich berief sich JDA selbst auf eine Vertragsklausel und verschob die Übernahme vorerst auf Januar, um die Finanzierung in trockene Tücher zu bringen. Sollte JDA dies nicht gelingen (oder JDA den Deal nicht mehr wollen), muss das Unternehmen Berichten zufolge eine Strafgebühr von 20 Millionen Dollar an i2 zahlen.