Web

 

AIX 5L 5.2 bringt dynamische Partitionierung

08.10.2002
Power4-basierte pServer lassen sich mit AIX 5.2 bis auf CPU-Ebene dynamisch zerteilen. Der neue CSM 1.3 ermöglicht zudem gemischte Unix-Linux-Cluster.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wie bereits in der vergangenen Woche vermutet hat IBM heute das neue Release 5.2 des hauseigenen Unix-Derivats "AIX 5L" angekündigt. Dieses bringt Power4-basierten pServern die Möglichkeit dynamischer logischer Partitionierung, die auf Big Blues Mainframes seit Jahrzehnten und auf der AS/400 und deren Nachfolger iSeries seit 1999 verfügbar ist. Älteren pServern und RS/6000-Systemen fehlt offiziell die nötige Elektronik, um ebenfalls in den Genuss der dynamischen Partitionierung zu kommen.

Eigentlich müsste die Technik aber auch mit den älteren Pulsar-, I-Star- und S-Star-Systemen machbar sein - diese verwenden nämlich die gleiche Basistechnik, die in der AS/400 und iSeries zumindest seit Version 5.1 von OS/400 ausgesprochen fein differenziertes Partitioning ermöglicht (bis herunter auf 1 Prozent einer CPU für eine Partition bei maximal 4 LPARs pro Prozessor, Unterstützung von Linux als Gastbetriebssystem). Allerdings verwendet OS/400 einen hausgemachten Kernel, wohingegen AIX auf dem an der Carnegie Mellon University entwickelten "Mach"-Kern basiert.

Der p690 "Regatta-H" unterstützt mit seinen 32 Prozessoren unter AIX 5.2 zunächst 32 LPARs. Foto: IBM
Der p690 "Regatta-H" unterstützt mit seinen 32 Prozessoren unter AIX 5.2 zunächst 32 LPARs. Foto: IBM

Die in AIX 5L 5.2 eingeführte Partitionierung reicht - wie bei der ersten AS/400-Implementierung - nur bis hinab auf Prozessorebene, ist allerdings schon dynamisch (bei der AS/400 anfänglich nur statisch). Prozessoren, I/O-Adapter und Speicherkarten lassen sich ohne Neustart des Systems einer Partition zuschlagen oder entziehen. Mindestvoraussetzungen für eine Partition sind ein Prozessor, ein I/O-Adapter und 256 MB Speicher. Als Betriebssysteme lassen sich darauf AIX 5.1 oder 5.2 sowie Linux fahren.

Der Highend-Server p690 "Regatta-H" lässt sich in maximal 32 Bereiche teilen - zum Vergleich: Suns 36-Wege-Server "Sunfire 12K" bietet nur neun dynamische Domains, und selbst das Topmodell "Sunfire 15K" fasst nur 18 Unterbereiche. HPs "Superdome" mit 64 Wegen lässt sich in maximal 16 dynamische Hardwarepartitionen ("nPars") teilen, da die kleinste Einheit ein Vier-CPU-Board darstellt. Die "vPars" sind auf dem Superdome noch nicht verfügbar und sollen zukünftig zumindest bis auf CPU-Ebene hinab reichen.

Für den "p670" und p690 sollen die AIX-LPARs nach Angaben von Produkt-Marketing-Manager Mile Harrell ab kommender Woche verfügbar sein. Für die Vier-Wege-Maschine "p630" soll es gegen Ende des Jahres ein entsprechendes Firmware-Upgrade geben, und vermutlich wird auch der künftige Vier/Acht-Wege-Server "p650" die logische Partitionierung unterstützen.

Für die Power4-basierten Maschinen bietet AIX 5.2 laut "Computerwire" außerdem die Möglichkeit des so genannten Dynamic Processor Sparing. Dahinter verbirgt sich schlicht die Fähigkeit, im Falle eines CPU-Ausfalls auf einen im Rahmen eines CUoD-Angebots (Capacity Upgrade on Demand) physikalisch vorhandenen, aber noch nicht freigeschalteten Prozessor umzuschalten. Harrell zufolge wurde auch der Workload-Manager beim Web-basierten Interface und der Kontrolle über die Zuweisung von Ressourcen an einzelne Anwendungen verbessert.

Zu den weiteren Neuerungen gehören Unterstützung für mobile Clients mit IPv6 und das Journaling Filesystem "JFS2" mit Support für 16 TB große einzelne Files (in AIX 5.1 waren nur 1 TB möglich), wie sie in typischen Unix-Einsatzfeldern wie Handel, Unterhaltung und Forschung nicht unüblich sind. Zum Lieferumfang gehört ferner ein "AIX Toolkit für Linux", das rund 400 ursprünglich für Linux entwickelte Open-Source-Anwendungen in für AIX komplilierten Versionen enthält.

IBM kündigte außerdem die neue Management-Software "Clustered Systems Management (CSM) 1.3", die erstmals die Verwaltung gemischter Cluster aus Unix- und Linux-Servern ermöglicht. Von einem Single Point of Control aus lassen sich damit laut Hersteller Installation, Konfiguration, Wartung und Updates von xServern unter Linux und pServern mit AIX (oder logischen Partitionen darauf) steuern. (tc)