Surface-Konkurrent

Acer Aspire Switch Alpha 12 im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Das Acer Switch Alpha 12 nimmt eine besondere Herausforderung an: Es will einen leistungsstarken Core i5 ohne aktiven Lüfter kühlen. Wie gut das dem Surface-Konkurrenten gelingt, zeigt der Test.
2in1-Gerät mit hoher Leistung: Acer Switch Alpha 12 im Test
2in1-Gerät mit hoher Leistung: Acer Switch Alpha 12 im Test
Foto: Acer

Auf den ersten Blick ist das Acer Switch Alpha 12 ein Klon des Surface Pro 4 : Ein 12-Zoll-Tablet mit ausklappbarem Standfuß und abnehmbarer Magnet-Tastatur. Aber es kann es etwas, dass nicht einmal das Microsoft-Tablet schafft: Es bringt einen leistungsfähigen Core i5-Prozessor in einem lüfterlosen Gehäuse unter. Das Surface Pro 4 gibt es dagegen nur mit dem schwächeren Core m3 in einer lautlosen Version.

TEST-FAZIT: Acer Aspire Switch Alpha 12

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Acer Aspire Switch Alpha 12

Testnote

Gut ( 2,36)

Preis-Leistung

preiswert

Geschwindigkeit (35 %)

1,54

Ausstattung (25 %)

3,41

Bildschirm (20 %)

2,03

Mobilität (5 %)

4,01

Tastatur (5 %)

2,02

Umwelt und Gesundheit (5 %)

2,00

Service (5 %)

2,32

Eindrucksvoll: Das Acer Aspire Switch Alpha 12 bringt Core-Power und lautlosen Betrieb problemlos unter einen Hut. Sie bekommen tatsächlich immer die Rechenleistung, für die Sie bezahlt haben. Ganz ohne Kompromisse geht das nicht ab: Das 2in1 von Acer ist verhältnismäßig schwer, wird heiß und die Akkulaufzeit ist mager.

Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Zwar liegt das Switch Alpha hinter dem Surface Pro 4, was die Eleganz des Designs und den Komfort von Tastatur und Stift angeht. Es ist dafür aber deutlich günstiger.

PRO:

- lautloser Betrieb

- hohe Rechenleistung

- helles, hochauflösendes Display

- Typ C

CONTRA:

- mäßige Akkulaufzeit

Das Acer Switch Alpha 12 ist schnell. Teilweise sogar schneller als 2in1-Gerät mit einem Core i7. Denn die Acer-Ingenieure haben eine optimale passive Kühllösung entwickelt: Die Flüssigkühlung lässt den Prozessor nie zu heiß werden, sodass er auch unter hoher Dauerlast seinen Turbo Boost ausspielen kann. Das gelingt selbst viele flachen Notebooks mit aktiver Kühlung nicht immer. Der einzige Nachteil der lüfterlosen Kühlung: Das Aluminium-Gehäuse wird rechts hinten sehr heiß - wir messen 54 Grad. Das stört im Notebook-Modus nicht. Aber für die Finger ist die Temperatur sehr unangenehm, wenn Sie das Switch Alpha 12 als Tablet nutzen wollen.

Das Acer-Tablet hat einen eingebauten Standfuß, der es sicher in einem beliebigen winkel hält
Das Acer-Tablet hat einen eingebauten Standfuß, der es sicher in einem beliebigen winkel hält
Foto: Acer

Ausstattung

Der wichtigste Anschluss am Acer-Tablet ist die Typ-C-Buchse auf der rechten Seite: Sie unterstützt externe USB-Speichermedien mit USB-3.0-Tempo und gibt Videosignale an einen externen Monitor aus. Außerdem lässt sich das Tablet darüber aufladen, am Gehäuse sitzt aber auch ein separater Stromanschluss für das mitgelieferte Netzteil. Für einen USB-Stick oder eine externe Festplatte gibt es außerdem einen USB-3.0-Port in Standardgröße, ein HDMI-Ausgang fehlt. Einen LAN-Anschluss hat das Switch Alpha nicht, dafür aber schnelles 11ac-WLAN mit zwei Antennen sowie Bluetooth 4.1. Acer bietet als Zubehör eine Docking-Station für 300 Euro an, die unter anderem 11ad-WLAN, Gigabit-Ethernet sowie Monitoranschlüsse (VGA, Displayport, HDMI), drei USB-3.0- und einen Typ-C-Anschluss bereitstellt.

Als weiteres Zubehör wird es noch in diesem Monat ein Typ-C-Dock geben: Die flache Docking-Station bieten drei USB-3.0-Anschlüsse, einen Gigabit-LAN-Port, je einmal Displayport 1.2 und HDMI 2.0 sowie einen Audioanschluss und zwei Typ-C-Buchsen: Über eine davon verbinden Sie das Switch Alpha mit der Docking Station. Geplant sind außerdem Typ-C-Adapterkabel für HDMI und VGA.

BILDSCHIRM

Das 12-Zoll-Display des Switch Alpha hat wie das Surface Pro 4 ein Seitenverhältnis von 3:2. Es zeigt 2160 x 1440 Bildpunkte, ab Werk hat Acer die Auflösung auf 150 Prozent hochskaliert. Die Bildqualität überzeugt: Die Helligkeit liegt bei knapp 350 cd/qm, so können Sie den Bildschirm unter allen Lichtverhältnissen gut ablesen. Beim Kontrast schneidet das Acer-Tablet dagegen nicht so stark ab, weil es Schwarz nicht wirklich dunkel darstellen kann.

Akkulaufzeit

Dass Acer auf einen aktiven Lüfter verzichtet, bedeutet nicht, dass das Switch Alpha besonders dünn und leicht ist. Mit einer maximalen Bauhöhe von 12,1 Millimeter ist es deutlich dicker als das Surface Pro 4 mit Lüfter. Und mit 912 Gramm auch über 100 Gramm schwerer. Mit angesteckter Tastatur liegt das Gewicht bei 1290 Gramm, was ungefähr einem 13-Zoll-Ultrabook entspricht. Um das Gewicht nicht noch weiter zu erhöhen und wohl auch, weil die Flüssigkühlung Platz benötigt, ist der eingebaute Akku nicht sehr groß: Seine Kapazität beträgt 34,5 Wattstunden, rund fünf Wattstunden weniger als im Surface Pro 4 oder im Samsung Galaxy Tab Pro S . Entsprechend mager fällt die Akkulaufzeit aus: Im WLAN-Test schafft das Switch Alpha knapp über vier Stunden, bei der Video-Wiedergabe über fünf Stunden und beim Office-Betrieb knapp 6,5 Stunden. Das Surface Pro 4 hat da je nach Test eine bis drei Stunden mehr zu bieten.

Bedienung

Die mitgelieferte Tastatur wird magnetisch mit dem Tablet verbunden. Sie lässt sich schrägstellen, damit die Hände eine bequemere Schreibhaltung einnehmen können. Die Tasten haben die Standardgröße einer Notebooktastatur, nur eine einzige Taste ist ein bisschen schmaler. Außerdem ist der Cursorblock nicht abgesetzt und lässt sich deshalb für Blindtipper schlecht ertasten. Eine Tastenbeleuchtung gibt es nicht.

Das Schreibgefühl ist sehr angenehm mit einem klaren, aber nicht übertrieben harten Druckpunkt. Wer heftig in die Tasten haut, wird sich daran stören, dass sich die Tastatur in der Mitte leicht durchbiegt. Aber insgesamt kann die Ansteck-Tastatur des Switch Alpha durchaus mit einer Notebook-Tastatur mithalten. Einzig die prellende Leertaste nervt.

Weniger Lob verdient das Touchpad: Die eingebauten Tasten haben keinen klaren Druckpunkt, da das Touchpad nicht stabil eingebaut ist: Sie müssen immer kräftig drücken, bis ein Mausklick ausgelöst wird. Dann klappert es unangenehm laut. Der Cursor lässt sich präzise positionieren, auch für Mehrfinger-Gesten ist das Touchpad groß genug. Während die Scroll-Geste einwandfrei und verzögerungsfrei funktioniert, können Sie den Zwei-Finger-Zoom nicht exakt steuern.

Acer legt dem Switch Alpha außerdem einen aktiven Eingabestift bei. Der 18 Gramm leichte Acer Active Stylus hat Größe und Anmutung eines Kugelschreibers. Für den Betrieb benötigt er zwei mitgelieferte AAAA-Batterien. An der Vorderseite hat er zwei Knöpfe: Halten Sie den oberen gedrückt, arbeitet der Stift als Radierer. Der zweite Knopf startet mit einem Doppelklick Acer Hoover: Diese App blendet ein kleines Fenster ein, mit dem Sie Stiftanwendungen wie One Note, Notizen oder Fresh Paint direkt starten können. Für handschriftliche Notizen oder als Mausersatz für den Windows-Desktop reicht der Stift aus. Er arbeitet allerdings mit deutlich sichtbarer Verzögerung und nicht sehr präzise, feine und detaillierte Zeichnungen sind so kaum möglich. Außerdem ist das Displayglas zu glatt: Ein annähernd natürliches Schreibgefühl stellt sich nicht ein. Beim Schreiben müssen Sie darauf achten, erst den Stift aufzusetzen und dann den Handballen abzulegen - ansonsten interpretiert das Tablet die aufgelegte Hand als Touch-Eingabe. Damit der Stift nicht verloren geht, können Sie ihn in eine Schlaufe stecken, die links an der Tastatur befestigt ist.

Die Preise für das Acer Aspire Switch Alpha starten bei rund 770 Euro für das Modell mit Core i5-6200U, 128 GB SSD und Windows 10 Home. Die getestete Variante mit 256 GB SSD und Windows 10 Pro liegt bei rund 1000 Euro. Das Top-Modell mit Core i7-6500U, 512 GB SSD und Windows 10 Pro kostet rund 1250 Euro. Damit ist das Acer Switch Alpha 12 deutlich günstiger als das Surface Pro 4: Ein gleich ausgestattetes Modell des Microsoft-Tablets kostet inklusive Type Cover zwischen 300 und 1000 Euro mehr.

DIE TECHNISCHEN DATEN

Acer Aspire Switch Alpha 12

Prozessor (Taktrate)

Intel Core i5-6200U (2,30 GHz)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

8072 MB (8192 MB), DDR3-1867

Grafikchip (Grafikspeicher)

Intel HD Graphics 520 (1024 MB )

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

12 Zoll (30.5 Zentimeter), 2160 x 1440, spiegelnd

Festplatte

237,9 GB (nutzbar)

optisches Laufwerk

- (-)

Betriebssystem

Windows 10 Pro (64 Bit)

LAN

nicht vorhanden

WLAN

802.11ac (2x2)

Bluetooth

Bluetooth 4.1

Schnittstellen Peripherie

1x USB 3.0 (rechts), 1x Kartenleser (rechts, Micro-SD), 1x Typ-C (rechts)

Schnittstellen Video

1x Webcam

Schnittstellen Audio

kombinierter Audioeingang/-ausgang (rechts)

GESCHWINDIGKEIT

Acer Aspire Switch Alpha 12 (Note: 1,54)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

97 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

97 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Spielen

41 Punkte (von 100)

Startzeit

15 Sekunden

BILDSCHIRM

Acer Aspire Switch Alpha 12 (Note: 2,03)

Größe

30,5 Zentimeter / 12,0 Zoll

Auflösung

2160 x 1440 Bildpunkte

Punktedichte Höchste Punktedichte im Test

216 dpi 276 dpi

Helligkeit

343 cd/m²

Helligkeitsverteilung

75 %

Kontrast

563:1

Entspiegelung

gering

MOBILITÄT

Acer Aspire Switch Alpha 12 (Note: 4,01)

Akkulaufzeit

4:07 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku)

Netzteil Leichtestes Notebook im Test

1,29

0,33 Kilogramm 0,91 Kilogramm

UMWELT UND GESUNDHEIT

Acer Aspire Switch Alpha 12 (Note: 2,00)

Betriebsgeräusch: geringe / hohe Last

0 / 0 Sone

Erwärmung: Unterseite / Oberseite

54 / 50 Grad °

ALLGEMEINE DATEN

Acer Aspire Switch Alpha 12

Internetadresse von Acer

www.acer.de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

1100 Euro / 1003 Euro

Technische Hotline

04102/7069111

Garantiedauer

24 Monate

(PC-Welt)