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A.T.Kearney will die Trennung von EDS

28.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Unternehmensberatungshaus A.T.Kearney möchte sich von seiner Muttergesellschaft EDS trennen. Der Europa-Chef Werner Kreuz bestätigte gegenüber dem "Handelsblatt" Pläne, mit dem texanischen Outsourcing-Spezialisten über ein Management-Buy-out zu verhandeln. EDS scheint nicht abgeneigt: Ein Sprecher bestätigte, man ziehe die Möglichkeit in Erwägung.

Die 1995 durch die Übernahme von A.T.Kearney durch EDS geschlossene Verbindung war selten von Erfolg geprägt, zumeist setzten die Forderungen der Muttergesellschaft der renommierten Unternehmensberatung zu. Vor allem unter dem bis Anfang 2003 amtierenden CEO Dick Brown versuchte EDS die Tochter als Speerspitze im Vertrieb zu instrumentalisieren. Dem auf unabhängige Beratung bedachten Haus hat dies geschadet. Der Umsatz fiel von rund 1,5 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf zuletzt knapp 860 Millionen Dollar.

Der jetzige CEO Michael Jordan lockerte die Bindungen, so das A.T.Kearney wieder frei am Markt schalten und walten konnte. Allerdings opferte der EDS-Chef damit auch mögliche Synergieeffekte zwischen dem Beratungszweig und dem Betriebsgeschäft. Ob und inwiefern sich beide Partner jemals ergänzen konnten, wird seit Beginn der Partnerschaft kontrovers diskutiert. A.T.Kearney ist ein reines Management-Consulting-Haus, in dem die IT-Beratung nur ein Baustein von vielen Beratungsaufgaben darstellt. Vom Gros der Consulting-Aktivitäten konnte der IT-Dienstleister EDS kaum profitieren. Wettbewerber wie Capgemini und IBM schlugen daher einen anderen Weg ein. Auch sie haben sich in der Vergangenheit mit Ernst & Young sowie Pricewaterhouse Coopers Beratungskompetenz ins Haus geholt. Beide übernommenen Gesellschaften hatten ihren Schwerpunkt aber im IT-Beratungsgeschäft. (jha)