Privat-IT am Arbeitsplatz

10 Tipps zur Consumerization der IT

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
55 Prozent der Unternehmen in Deutschland erlauben Mitarbeitern, mit Privat-IT aufs Netzwerk zuzugreifen. Absolute Software gibt Ratschläge, wie man das stemmt.
Foto: vladgrin, Fotolia.de

"Verbraucher haben mehr Geräte und Technologien als jemals zuvor", heißt es in einem aktuellen Whitepaper von Absolute Software zur Consumerization der IT. Viele bringen ihre Geräte mit an den Arbeitsplatz und erledigen damit sowohl private als auch berufliche Aufgaben. Traditionelle Vorstellungen von Unternehmens-IT funktionieren in diesem Szenario nicht mehr und IT-Verantwortliche müssen sich mit ganz neuen Themen beschäftigen.

Von vielen Seiten werden Bedenken gegen diese Entwicklung geäußert. Da gibt es zum einen das Risiko eines Verlustes oder Diebstahls, durch den vertrauliche Daten nur allzu schnell in falsche Hände gerade könnten. Darüber hinaus bergen Unternehmensdaten auf privaten Geräten das Risiko von Missbrauch, etwa von Werksspionage. 52 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen aus Deutschland sagten, es sei zu gefährlich, private Geräte in das eigene Unternehmensnetzwerk zu integrieren. Länderübergreifend verbieten etwa 15 Prozent der Unternehmen die Nutzung privater Mitarbeitergeräte für berufliche Aktivitäten.

Doch trotz der Bedenken lassen viele Unternehmen Privatgeräte zu. In Deutschland erlauben 55 Prozent der Firmen vollständigen oder zumindest eingeschränkten Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk mit einem privaten Mitarbeitergerät. Denn neben den Risiken sehen die IT-Verantwortlichen auch die Vorteile der Consumerization, vor allem höhere Mitarbeiterproduktivität, Einsparungen bei der Unternehmens-IT und eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit.

Die Recherchen von Coleman Parkes zeigen, dass inzwischen länderübergreifend 23 Prozent der Unternehmen vollständigen, regulierten Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk für private Mitarbeitergeräte erlauben. Weitere 29 Prozent erlauben eine begrenzte Nutzung mit eingeschränktem Netzwerkzugriff zum Beispiel auf E-Mails und andere Anwendungen, setzen dabei jedoch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ein.

Die Frage danach, wer die Verantwortung für den Inhalt auf privaten Mitarbeitergeräten trägt, wird unterschiedlich gehandhabt. In Großbritannien und Frankreich tragen Mitarbeiter ebenso häufig die Verantwortung wie die Arbeitgeber. In Deutschland sind es vor allem die Unternehmen, die im Falle eines Sicherheitsverstoßes verantwortlich sind.

Die Studienergebnisse im Überblick als Infografik.
Die Studienergebnisse im Überblick als Infografik.
Foto: Absolute Software

Dass der Einsatz von privaten Geräten am Arbeitsplatz reguliert werden sollte, darin sind sich die Befragten weitgehend einig. 82 Prozent der Unternehmen verfügen über Richtlinien oder Vorgaben zur Nutzung privater Geräte über die Unternehmensstruktur am Arbeitsplatz. Bei der aktuellen Sicherheitspraxis gibt es Länderunterschiede: Britische Unternehmen verfolgen den umfassendsten Ansatz, denn 82 Prozent von ihnen setzen sowohl Genehmigungs- als auch Antivirusprozesse ein. In Frankreich und Deutschland praktizieren dies nur 61 beziehungsweise 35 Prozent der Arbeitgeber. 39 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland setzen nur Antivirus-Software ein, rund jedes vierte Unternehmen setzt nur auf einen Genehmigungsprozess.