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Service Oriented Architecture & Business Process Management

Service-Orientierung

Serviceorientierte Architektur lebt - sagt der SOA Check 2009

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von Stefan Ueberhorst (CW-Redakteur)
Entgegen den Analystenschelten von Gartner und anderen, wonach Service-orientierte Architekturen (SOA) kaum noch eine Chance in Unternehmen haben, kommt der SOA Check 2009 zumindest für den deutschsprachigen Raum zu einem völlig anderen Ergebnis.

"SOA ist in deutschsprachigen Unternehmen quicklebendig", heißt es im SOA Check, den das Wolfgang Martin Team S.A.R.L., die TU Darmstadt und die Analysten von IT Research nunmehr im dritten Jahr aufgelegt haben. Dabei leiste SOA inzwischen deutlich mehr als die bislang propagierten Vorteile, automatisierte, revisionssichere und anpassungsfähige Prozesse über Geschäftsfunktionen und Abteilungen hinweg zu etablieren. Mit dem in ITIL V3 beschriebenen Management kompletter Service-Lebenszyklen erhalte das Business neue Möglichkeiten, Dienste kollaborativ zu verwalten, so dass man SOA mittlerweile auch als "Software for Change" bezeichnen könne.

Mehr noch: Eine SOA-Infrastruktur, in der ein Service unabhängig von anderen Services im Rahmen einer Prozesslogik genutzt werden kann, biete enormes Innovationspotenzial. Neue Prozesse jenseits heutiger Arbeitsweisen würden möglich. Die Kombination mit Web-2.0-Ansätzen erlaube es beispielsweise, die rigide Welt der Prozesse mit zwischenmenschlichen Kommunikationstechniken zu verbinden, so dass "SOA zu einem Modell für Kollaboration" avanciert, heißt es in der Studie.

Die SOA-Praxis in Zahlen

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Erfreut stellen die Analysten fest, dass sich zumindest die Rolle des SOA-Paradigmas als Mittler zwischen Fach- und IT-Abteilung weiter gefestigt hat. Services als Kernbestandteile einer SOA werden inzwischen von Vertretern beider Domänen verstanden und bieten damit die Möglichkeit, Business und Technik stärker zu verzahnen. Allerdings bescheinigt auch der diesjährige SOA Check, für den 111 Personen aus Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden, dass SOA-Projekte immer noch zu stark von der IT getrieben sind: In 54 Prozent der Fälle komme der Projektleiter aus der IT, 24 Prozent der Vorhaben seien reine IT-Projekte, was aus Sicht der Experten ein potentielles Risiko für den Fortbestand einer SOA-Initiative darstellt. Hier gebe es großen Verbesserungsbedarf, wenngleich man über die vergangenen drei Jahre einen positiven Trend in Richtung Business-Beteiligung beobachte. Vehikel dafür ist das Thema SOA-Governance, das endlich von den Unternehmen ernst genommen wird und nur noch von sechs Prozent unbeachtet bleibt.

Generell setzen 47 Prozent der Umfrageteilnehmer SOA ein (36 Prozent im SOA Check 2008), 37 Prozent befinden sich in entsprechenden Planungen. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Zielerreichung innerhalb der SOA-Projekte zugenommen hat. Zwar liegt sie im statistischen Mittel nur bei 66 Prozent, dennoch gibt es hier eine klare positive Entwicklung, heißt es seitens der Analysten. Als Beweis dafür führen sie an, dass 19 Prozent der Unternehmen, die SOA betreiben, bereits mehr als zehn SOA-gestützte Prozesse im Einsatz haben, 34 Prozent davon arbeiten mit mehr als 40 Services.

Als SOA-Anwendungen belegen die ersten zwei Plätze das Business-Process- und das Business-Rules-Management. Platz drei teilen sich das Outsourcing von Funktionen und Diensten sowie das Customer-Relationship-Management (CRM). Servicequellen sind in erster Linie CRM-, ERP- und Data-Warehouse-Systeme. Etwas verständnislos kritisieren die Analysten, dass die Disziplinen Compliance- und Risk-Management auf den letzten Plätzen der SOA-Anwendungen rangieren. Diese vor allem in der aktuellen Krisensituation wichtigen Themen ließen sich mit Serviceorientierung besonders gut vorantreiben. Hier räche sich sehr wahrscheinlich die ausgeprägte IT-Lastigkeit der SOA-Initiativen, heißt es zur Begründung.

(2 Beiträge), 
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axelangeli
Gut , dass es den SOA Check gibt: Die Ergebnisse des SOA-Checks kommen nicht überraschend. Sie bestätigen eigentlich die deutsche Tugend, gute Dinge erst nach einer gründlichen Prüfung im Stillen walten zu lassen. Der Ausbau einer SOA innerhalb von Unternehmen ist eine Notwendigkeit geworden. Das Missverständnis liegt darin, dass SOA gerne wie eine Revolution wahrgenommen wird, als etwas komplett neues, das wie ein Panaceum die Probleme der IT lösen soll. SOA ist aber Evolution: weder schafft man SOA aus dem Nichts, noch verzichtet man auf SOA, indem man den Begriff ignoriert oder keine Middleware einsetzt. Tatsächlich hat aber jedes Unternehmen schon lange SOA in der einen oder anderen Form. Spätestens wenn Server miteinander Daten in Echtzeit austauschen, man EDI-Server einsetzt, Daten zwischen Maschinen und SAP per File austauscht oder über einen Druckerserver druckt, hat das Unternehmen Services. Die Architektur, die die Kommunikation möglich macht, ist SOA. Das zeigt deutlich, dass alleine schon ein Netzwerk, das es erlaubt ohne großen Aufwand zwischen Applikationen auszutauschen, SOA ist. Die Herausforderung besteht nun darin, die Architektur so auszubauen, dass immer mehr Anwender die eigenen Daten und Leistungen zur Verfügung stellen und man diese ohne Aufwand nutzen kann. Stellen Sie sich das ruhig bildlich vor: Der Cognos-User schiebt seine Daten auf die SAPGUI und voila: schon sind diese in der Buchhaltung; der Buchhalter schiebt die Steuererklärung auf die ELSTER-Anwendung zur Übertragung an das Finanzamt ohne viel Download, Upload und komplexe Konvertierungen. Bestehende SOA-Strukturen sind IT-lastig, denn sie haben sich bisher darauf beschränkt, die technische Kompatibilität zwischen den Anwendungen herzustellen. Das ist durchaus gelungen, still und leise eine erfolgreiche EAI aufzubauen. Auch hier kann vieles verbessert werden: in unserem jährlichen Logosworld Blue Elefant Award for SOA Excellence stellen wir immer noch fest, dass die kommerziellen Tools und Middleware-Applikation noch weit hinter den realen Anforderungen hinterherhinken, besonders im Bereich Bedienbarkeit und Kompatibilität. Das bestätigt auch die Erkenntnis eines anderen CW-Artikels von vor einiger Zeit, dass es von Übel ist, Middleware aus der Hand seines zentralen ERP-Betreibers zu nehmen (http://www.computerwoche.de/soa-expertenrat/2008/12/09/und-es-gibt-sie-doch-die-wahrheit-uber-neutrale-soa-hersteller/). Aber jetzt geht es erst mal darum, auch die nicht-technischen Bereiche für SOA zu begeistern, indem man einen Mehrwert schafft. Das Problem steckt in der "multiple-Domain-Ownership", dem Faktum dass in SOA Services vielen verschiedene Eigentümer haben. Es ist die Aufgabe der SOA-Governance die Kleinstaaterei bei den Applikation durch das Bereitstellen von Infrastruktur-Services zu überwinden; in wenigen Jahren werden SAP, Oracle und Dynamics etc. genau so einfach und selbstverständlich miteinander sprechen, wie wir heute mit einem beliebigen Drucker kommunizieren, ohne dass mühselig über Wochen hinweg Drucker-Codes gepflegt werden müssen. Es ist gut, dass es den SOA-Check gibt: denn daran sieht man, dass es nicht um SOA an sich geht, sondern nur um die richtige Systematik und Methodologie geht und darum, möglichst viele Anwendungsbereiche wie etwa die sich aufdrängenden Thema Compliance, Safety und Security mit einzubeziehen. Damit geht es zu wie in allen Gesellschaftssystemen und Städten: man muss Anwender überzeugen und begeistern, einfache und klare regeln aufbauen, öffentliche Dienstleistungen anbieten und vor allem Mehrwert offen demonstrieren. Letztlich bleibt die Erkenntnis: wer SOA macht, braucht auch ein gutes SOA-Marketing und eine harmonisierte Ausbildung über Abteilungsgrenzen. Tue Gutes und rede darüber. Und schaffe Services, die auch leicht genutzt werden können. Da gerade die Bereiche Ausbildung und Service-Marketing noch im Pionierstadium sind und von IT-Abteilungen nicht geliebt sind, liegt da die Ursache, warum SOA immer wieder für tot erklärt wird. Herzliche Grüße Axel Angeli: "Building SOA City" zum Beitrag

Richter
Was die Bereiche Risk Management, Due Diligence usw. betrifft, sind extrem viele interne und externe Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, welche eine ganzheitliche Analysearbeit benötigen. Ich weiss es, weil ich selber als Praktikant bei Proquest Riskmanagement GmbH tätig war und bei vielen Analysen der IST Situation von Unternehmen mitgeholfen habe. zum Beitrag


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