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Datenschützer kritisieren Metros RFID-Strategie

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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - "Technisch ist es möglich, dass die Kunden des Metro Future Stores in Rheinberg ausspioniert werden, ohne dass sie es merken", warnen Datenschützer des Vereins zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (Foebud). Möglich werde dies mit Hilfe der Radio-Frequency-Identification- (RFID-)Technik. Durch Zufall habe man anlässlich eines Besuchs Anfang Februar dieses Jahres festgestellt, dass in den Metro-Kundenkarten ein RFID-Chip integriert sei, berichtet Rena Tangens vom Foebud. In den Geschäften aufgestellte Antennen könnten die Funksignale der Karte empfangen und damit genau feststellen, welcher Kunde wann den Laden betritt und diesen wieder verlässt. Ferner sei es möglich, über zusätzliche Antennen die Bewegungen des Kunden im Geschäft zu verfolgen. Die Datenschützer fordern, dass

derartige Versuche mit der RFID-Technik bis Mitte Februar eingestellt werden und sich die Metro-Gruppe an einem Gremium beteiligt, das Regeln und Gesetze zur gesellschaftsverträglichen Einführung der RFID-Technik entwickeln soll.

Das Metro-Management weist die Vorwürfe zurück. Die einzige Funktion des RFID-Chips in den Kundenkarten sei die, Trailer von DVD-Filmen mit Altersbeschränkung freizuschalten, erläutert Firmensprecher Albert von Truchseß. Kunden ohne Karte könnten sich nur Ausschnitte von Filmen mit einer Altersfreigabe ab sechs Jahren ansehen. Die Antennen an den Ein- und Ausgängen des Future Stores dienten lediglich dem Diebstahlschutz. Das Auslesen von Kundeninformationen sei nicht möglich, versichert von Truchseß. Außerdem seien auf dem RFID-Chip die gleichen Informationen gespeichert wie auf einer herkömmlichen Kundenkarte auch. "Daraus einen Skandal zu machen finde ich übertrieben", bemerkt der Konzernsprecher. Ein Unternehmen wie die Metro Gruppe, die im Fokus der Öffentlichkeit stehe, könne es sich ferner nicht leisten, einen Vertrauensbruch zu riskieren.

Das Vertrauen ist aber erschüttert, konstatieren die Foebud-Vertreter. Vor allem die Versuche, den Skandal zu vertuschen, hätten dazu beigetragen. Davon will der Metro-Sprecher jedoch nichts wissen. Man habe beim Besuch der Datenschützer über alle möglichen Techniken gesprochen. Bei der Vielfalt passiere es schon einmal, dass ein Aspekt unter den Tisch falle. Außerdem hätte niemand nach RFID in Kundenkarten gefragt. Fragen wird jedoch die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen. Bettina Gayk, Sprecherin der Behörde, kündigte noch für den Februar eine Besuch in Metros Future Store an. Auf Basis der vorliegenden Informationen lasse sich derzeit nicht sagen, inwieweit Daten mit der Kundenkarte verknüpft würden. "Das wollen wir uns vor Ort einmal vorführenlassen." (ba)

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