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Was wären wir ohne Douglas C. Engelbart?

Die Computermaus feiert 40. Geburtstag

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Kaum ein Computer-Benutzer könnte heute noch ohne sie auskommen. Eher würden manche wohl auf die Tastatur verzichten, um einen PC zu bedienen.

Die erste Computermaus aus dem Jahr 1968
Die erste Computermaus aus dem Jahr 1968

Vor genau 40 Jahren erblickte die erste Computermaus das Licht der Öffentlichkeit - lange bevor die ersten Personal Computer auf den Markt kamen. Am 9. Dezember 1968 demonstrierte der Computerpionier Douglas C. Engelbart erstmals seine Erfindung auf einer Konferenz in San Francisco. Außerhalb des anwesenden Fachpublikums stieß sie jedoch vorerst auf nur wenig Begeisterung. Und es sollte noch viele Jahre dauern, bis die Maus ihren weltweiten Siegeszug antreten konnte.

Mit heute gängigen Computermäusen hatte das erste Exemplar, das von Bill English, dem Chefingenieur von Engelbarts Forschungszentrum am Stanford Research Institute (SRI), gebaut wurde, noch wenig Ähnlichkeit. Der Prototyp bestand aus einem klobigen Holzkästchen mit Strippe, einer roten Taste zum Klicken und einem Rad, das die Bewegungen des Geräts auf dem Bildschirm umsetzte.

Apples Lisa war der erste kommerzielle PC mit Maussteuerung.
Apples Lisa war der erste kommerzielle PC mit Maussteuerung.

Erst rund 14 Jahre später, Anfang 1983, präsentierte Apple unter dem Namen "Lisa" einen Rechner, der dank seiner grafischen Benutzeroberfläche mit einer Maus bedient werden konnte. Apple-Chef Steve Jobs hatte als einer der ersten das Potenzial des damals noch sündhaft teuren Eingabegeräts erkannt. Jobs hatte die Maus im legendären kalifornischen Forschungszentrum Palo Alto Research Center (PARC) des Druckerherstellers Xerox kennengelernt, wo das "Zeigegerät" zur modernen Kugelmaus weiterentwickelt worden war. Während die Xerox-Chefs an der Ostküste die Entwicklung der Maus im PARC ignorierten, machte Jobs die Maus zu einem elementaren Baustein der Apple-Computer und nahm als erster die Erfindung in Lizenz.

Steve Jobs hatte die Maus beim Alto-Rechner des Xerox PARC kennengelernt.
Steve Jobs hatte die Maus beim Alto-Rechner des Xerox PARC kennengelernt.

Ein Jahr später folgte der erste Apple Macintosh, der auch einen kommerziellen Erfolg erzielen konnte. Mit Hilfe eines von der damals noch jungen Schweizer Firma Logitech entwickelten Adapters ließ sich eine Maus wenig später auch an einen IBM-kompatiblen Rechner anschließen, der den Weg für die weltweite Verbreitung des Computers ebnete. Mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows 95 setzte sich die Maus dann auch im PC-Markt durch. Heute ist die Bedienung eines Computers ohne Maus kaum noch vorstellbar. Im Dezember 2008 lieferte Logitech nach eigenen Angaben seine milliardste Maus aus.

Logitech hat inzwischen seine milliardste Maus verkauft.
Logitech hat inzwischen seine milliardste Maus verkauft.

Die erste öffentliche Demonstration des Elektroingenieurs Engelbart vom 9. Dezember 1968, die noch heute in Videos im Netz zu sehen ist, gilt in der Computerbranche inzwischen als legendär. Engelbart ging es darum, Lösungen zu finden, um die immer komplexeren Probleme der Menschen mit Hilfe von Computern zu lösen. Der leidenschaftliche Forscher präsentierte sein im Auftrag der NASA entwickeltes Zeigegerät, mit dem man einen Punkt auf einem Bildschirm in alle Richtungen bewegen konnte. Eine ebenfalls vorgeführte zweite Erfindung hatte allerdings keine Freunde gefunden: eine Fünf-Tasten-Tastatur, mit der der Nutzer Befehlszeilen in den Rechner eingeben konnte. Die Maus hatte sich als eine der besten Lösungen erwiesen.

Rund anderthalb Jahre vor der Vorstellung in San Francisco hatte Engelbart seine Erfindung zum Patent angemeldet, das ihm im November 1970 erteilt wurde. Unter der Patentnummer 3.541.541 wird eine "X-Y-Positionsanzeigesteuerung für die Bewegung per Hand über eine beliebige Oberfläche zur Verschiebung eines Positionsanzeigers auf dem Bildschirm" registriert.

Douglas C. Engelbart mit seiner Frau Karen (2006)
Douglas C. Engelbart mit seiner Frau Karen (2006)

Reich wurde der Erfinder nicht mit seiner Maus, dafür lief das Patent zu früh aus. Doch das sei auch nie ein Ziel für ihn gewesen, sagte der heute 82-Jährige einmal der "San Jose Mercury News". "Wenn das ein Nebeneffekt gewesen wäre, wäre es natürlich nett gewesen". Am morgigen Dienstag ehrt das Silicon Valley den Computerpionier Douglas C. Engelbart mit einem Empfang. (dpa/tc)


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