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ERP

SAP startet mit massiven Problemen ins Jahr 2008

30.04.2008 um 08:41 Uhr
Die Walldorfer SAP AG hat im ersten Quartal die finanziellen Ziele verpasst. Zudem legt Business ByDesign einen Fehlstart hin.

Europas größter Softwarekonzern SAP hat den Markt mit enttäuschenden Quartalszahlen und Verzögerungen beim Hoffnungsträger "Business byDesign" geschockt. Wegen des schwierigen US-Geschäfts und hoher Kosten für die Mittelstandsoffensive verfehlte SAP im ersten Quartal die Erwartungen mit Abstand. Wegen der Verzögerung verschiebt SAP auch das ursprünglich für 2010 angepeilte Umsatzziel für Business byDesign von einer Milliarde Dollar und 10.000 Kunden um 12 bis 18 Monate. Auch das Ziel, für die neue Software in diesem Jahr 1.000 Kunden zu finden wird SAP nicht erreichen. Vorbörslich gab der SAP-Kurs als Reaktion auf die Malaise deutlich nach.

Bereits Anfang der Woche hatte das "Handelsblatt" von Problemen beim Marktstart der gehosteten Mittelstandssoftware berichtet. Die Mietsoftware Business byDesign wird in diesem Jahr noch nicht weltweit angeboten. Statt wie geplant in diesem Jahr die Mittelstandssoftware in fünfzehn weiteren Ländern zu starten, will sich SAP auf die sechs Länder konzentrieren, wo die bisherigen Testkunden angesiedelt sind. Starts in weiteren Ländern sind erst für 2009 vorgesehen.

Wegen der Verzögerung wird SAP in diesem Jahr 100 Millionen Euro weniger als geplant in die Mittelstandsoffensive schießen. Daher heben die Walldorfer das Jahresziel für die operative Marge vor Abschreibungen für die Business-Objects-Übernahme von 27,5 bis 28 Prozent auf 28,5 bis 29 Prozent herauf. An dem Ziel, den Umsatz mit Software und softwarebezogenen Dienstleistungen in diesem Jahr um 24 bis 27 Prozent zu steigern, hielt SAP allerdings fest. Dazu soll das Kerngeschäft ohne den Zukauf Business Objects Wachstum von 12 bis 14 Prozent beitragen.

Im ersten Quartal blieb SAP bei allen Kennziffern hinter den Erwartungen zurück. Der Überschuss schrumpfte von 310 auf 242 Millionen Euro. Die von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit 289 Millionen Euro gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel von 436 auf 359 Millionen Euro, verglichen mit der Prognose von 450 Millionen. Die Ebit-Marge sackte von 20,0 auf 14,6 Prozent. Dazu trugen Ausgaben von 40 Millionen Euro für die Mittelstandsoffensive um Business byDesign bei. Der Umsatz erhöhte sich von 2,2 Milliarden auf 2,46 Milliarden Euro. Prognostiziert worden waren 2,52 Milliarden Euro. Beim Lizenzumsatz, dem wichtigsten Indikator für die künftige Geschäftsentwicklung, verbesserte sich SAP von 563 auf 622 Millionen Euro (Prognose: 678 Millionen Euro), beim Produktumsatz einschließlich softwarebezogener Dienstleistungen, der neuen Kernkennziffer von SAP, legten die Walldorfer von 1,52 auf 1,736 (Prognose: 1,822) Milliarden Euro zu. (dpa/ajf)



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