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ZVEI: Keine Wachstumsbelebung in der Elektronikbranche

05.07.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, mit knapp 850 000 Beschäftigten und mehr als 255 Milliarden Mark Umsatz zweitgrößte deutsche Industriebranche, sieht zur Jahresmitte 1999 keinen Anlaß, ihre zurückhaltende Wachstumsprognose von zwei Prozent zu korrigieren. "Die seit langem erhoffte Belebung im Inland ist immer noch nicht in Sicht" erklärte Dietmar Harting, Präsident des Branchenverbandes ZVEI. Die bisherigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung hätten bestenfalls das Importgeschäft angekurbelt. Die Auftragseingänge aus dem Ausland hätten zu Beginn dieses Jahres um vier Prozent zugelegt. Harting warnte allerdings davor, die durch die Schwäche des Euro entstandene leichte Exportbelebung falsch einzuschätzen.

Im Handel mit den Ländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion habe die in Deutschland produzierende Elektroindustrie ebenso an Boden verloren wie in Mittel- und Osteuropa sowie in Amerika. Abgesehen von der sehr erfreulichen Entwicklung in China sei auch der Anstieg der Ausfuhren nach Südostasien derzeit in erster Linie auf "technische Reaktionen" nach dem Zusammenbruch des letzten Jahres zurückzuführen. Alles in allem, so Harting, stehe die von vielen erwartete leichte Erholung im weiteren Jahresverlauf auf "den gleichen tönernen Füßen" wie die letzten beiden "Aufschwungphasen" in den Jahren 1994 und 1997.