Die VR-Zukunft von Facebook

Zuckerbergs Virtual-Reality-Vision

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Auf dem Mobile World Congress in Barcelona sprach Facebook-CEO Mark Zuckerberg über Virtual Reality und darüber, warum diese Technologie die Zukunft sozialer Medien darstellt.

Als Teenager begriff Mark Zuckerberg die Mathematik-Stunden in der High School als Möglichkeit, durch virtuelle Realität in weit entfernte Welten einzutauchen. Diese Vorstellung behielt er, während Facebook zu dem Social-Media-Riesen wurde, den wir heute kennen - und sie leitet ihn noch heute, wenn er über die Zukunft der Social-Media-Plattform spricht.

Mark Zuckerberg sprach auf dem MWC 2016 über Virtual Reality und warum die Technologie die Zukunft sozialer Medien darstellt.
Mark Zuckerberg sprach auf dem MWC 2016 über Virtual Reality und warum die Technologie die Zukunft sozialer Medien darstellt.
Foto: Facebook

Facebook, Samsung & der VR-Traum

"Es wird immersiv sein und Menschen näher zusammenbringen - und zwar früher, als wir alle denken", sagte Zuckerberg am Sonntag auf dem Mobile World Congress in Barcelona. "Ich habe lange auf den Tag gewartet, an dem wir den Menschen diese Erfahrung bieten können - und dieser Tag ist heute gekommen."

Der Facebook-CEO sprach auf dem MWC-Event von Samsung, wo die Koreaner sowohl ihr neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S7 als auch die neue VR-Kamera Gear 360 vorstellten. Im vergangenen Jahr hatten Facebook und Samsung sich auf eine Kooperation verständigt - bereits im November hatte der koreanische Tech-Riese seine Gear VR zum Preis von 99 Dollar vorgestellt.

Samsungs Gear VR basiert auf der Technologie von Oculus. Das VR-Unternehmen wurde bereits 2014 von Facebook übernommen - für rund zwei Milliarden Dollar. Damals hatte manch einer diese Akquisition noch kritisch gesehen - im Februar 2016 fügt sich alles zu einem großen Ganzen: "VR ist die nächste Plattform, auf der Jedermann alles Mögliche kreieren und erfahren kann", sagte Zuckerberg. "Schon bald werden wir in einer Welt leben, in der Jeder die Macht hat, Erfahrungen in der virtuellen Welt zu sammeln, die sich so anfühlen, als wäre man wirklich an einem anderen Ort."

360-Grad-Videos: Der neue Social-Hit?

Die Virtual-Reality-Technologie basiert auf 360-Grad-Videoaufnahmen, die eine Szene aus allen Blickwinkeln aufnehmen. Das erfordert eine Kamera mit mindestens zwei Linsen und eine Software, die die Bilder anschließend zusammenfügt. Genau das tut Samsungs Gear 360. Auch LG zeigte nur wenige Stunden vorher in Barcelona ein ähnliches Device.

Die VR-User müssen über eine ähnliche Software verfügen, um die Inhalte auch rezipieren zu können: Auf einem konventionellen Bildschirm lässt sich die Kamera-Einstellung verändern, mit einem VR-Headset kann die Welt mit eigenen Kopfbewegungen erkundet werden.

Facebook unterstützt bereits seit dem vergangenen Jahr 360-Grad-Videos und laut Zuckerberg sind bislang rund 20.000 solcher Videos auf der sozialen Plattform zu finden. Dennoch befinde man sich erst am Anfang einer großen Entwicklung: "Wir haben erst angefangen, die Möglichkeiten von VR-Videos zu erkunden." Um die Technologie weiter zu pushen, habe Facebook zudem damit begonnen, Entwickler-Teams zu bilden, die sich um die Kreation neuer, sozialer Virtual-Reality-Apps kümmern.

Virtual Reality: Entwicklungsarbeit schreitet voran

Wissenschaftler forschen schon seit vielen Jahren auf dem Gebiet der virtuellen Realität, aber erst in den letzten Jahren hat der technologische Fortschritt die Qualität der Projekte auf ein ernstzunehmendes Niveau gehievt. Trotzdem ist noch eine Menge Arbeit nötig, bis VR reif für den Massenmarkt ist. "Eines Tages wird jeder von uns live broadcasten können", so Zuckerberg, "aber vorher müssen wir ein paar wirklich komplexe Probleme lösen."

Zuckerberg lobte Samsung für ihren Beitrag zum gemeinsamen VR-Projekt und kündigte an, dass Spezialisten von Facebook und Oculus daran arbeiten, netzwerk-basierte Problemstellungen zu lösen. Eine neuerliche Innovation beim Thema VR-Videos ist, nur den Teil eines 360-Grad-Videos zu streamen, der gerade angesehen wird. So konnten die Entwickler die Qualität des Videos um den Faktor vier verbessern, während die Bandbreite um gut drei Viertel entlastet wird. Laut Mark Zuckerberg haben sich sowohl Facebook als auch Oculus langfristig der Virtual-Reality-Technologie verschrieben. In diesem Jahr will man den Nutzern zahlreiche neue VR-Erlebnisse ermöglichen, zum Beispiel in Form neuer Virtual-Reality-Games.