Virtual Desktop Infrastruktur

Zehnmal mehr Umsatz bis 2016

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anzeige  Der Markt für Desktop-Virtualisierung wird im Jahr 2016 einen Umsatz von fünf Milliarden US-Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro) erreichen, schätzen die Analysten von ABI Research.

Als Virtuelle Desktop Infrastruktur definiert ABI Research übereinstimmend mit anderen Kopien eines vollständigen Desktop-Rechners auf einem Server in einem Firmenrechenzentrum. Zum virtuellen Image dieses Rechners gehören das Betriebssystem, alle Anwendungen und alles, was auf der Festplatte liegt, also zum Beispiel auch Konfigurationsdateien. Diese virtuellen Rechner werden vom Server aus über interne und externe Netze an nahezu beliebige Endgeräte - PCs, Thin Clients, Smartphones, Tablet-PCs - verteilt. Mit solchen Lösungen, so ABI Research in der Studie "Desktop Virtualization: The Global Market for Virtualized Business Desktop PCs" ließen sich zwei der großen Herausforderungen moderner Unternehmens-IT lösen: Anforderungen an das zunehmend mobile Arbeiten und die unklare Datensicherheit auf mobilen Geräten.

Der Markt für Virtuelle Desktop-Lösungen wird sich der Studie zufolge von 500 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 (rund 350 Millionen Euro) bis 2016 auf dann fünf Milliarden US-Dollar verzehnfachen. Nordamerika und Europa werden den Hauptanteil dieses Umsatzes erbringen, schätzt ABI Research. Zu den bevorzugten Käufern werden eher Großunternehmen gehören, die versuchen werden, die Kosten für Desktop-Support und Management zu reduzieren. Außerdem interessiert sind Firmen, die aus Gründen der Sicherheit oder Compliance darauf angewiesen sind, dass wertvolle oder sensible Daten das Rechenzentrum nicht verlassen. Mit Virtualisierungslösungen ist genau das möglich.

Für Virtualisierungslösungen spricht auch ein geringerer Energieverbrauch durch virtuelle statt physisch vorhandene Desktop-PCs. Zudem ist das Desaster Recovery durch virtualisierte und damit stark zentralisierte und standardisierte Desktop-Umgebungen sehr viel einfacher als bisher. Schließlich wird es mit Virtual Desktop-Lösungen leichter, beliebige Endgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs in die Unternehmens-IT zu integrieren. Da Anwendungen und Daten in den virtuellen Images auf dem Server liegen, benötigen die Endgeräte lediglich eine geeignete Zugangs-App wie den Citrix Receiver, den es kostenlos für fast alle mobilen Endgeräte gibt.